Zeitz - Von der Besiedlung bis zum Bischofssitz

Das von Thüringern bewohnte Gebiet um Saale, Unstrut und Weiße Elster wurde im 6. Jahrhundert von den Slawen, auch Wenden genannt, besiedelt. Auf einem Bergsporn oberhalb der Weißen Elster errichteten die Slawen eine Wallburg, von der aus sie ihren Kleinstammesbezirk (Gau) Puonzowa beherrschten. Im 8. und 9. Jahrhundert dehnten die Karolinger ihren Machtbereich immer weiter nach Mitteleuropa aus. An Saale und Unstrut schufen sie bewaffnete Stützpunkte zum Schutz vor slawischen Überfällen. Karl der Große soll der Überlieferung nach in der Siedlung "auf dem Kalten Felde" eine Kapelle zur Verehrung der Jungfrau Maria errichten lassen haben. Eventuell hat auf dem Hügel der späteren Moritzburg sogar eine Königsburg gestanden. Aus der Ansiedlung im Bereich des heutigen Brühls und des Kaltefelds ging später die Stadt Zeitz hervor.

König Heinrich I. brachte Anfang des 10. Jahrhunderts das Zeitzer Gebiet unter seine militärische Hoheit, da es strategisch günstig an einer bedeutenden Kreuzung der Handelswege lag. Zur Kontrolle der Region ließ er auf dem Hügel der späteren Moritzburg einen Burgward mit hölzerner Kapelle errichten. Dieser diente vornehmlich dem Einzug der Abgaben.

Um 950 begann der Mönch Boso aus dem Kloster St. Emmeram bei Regensburg, im Auftrag von Kaiser Otto I. die ansässige, vorwiegend slawische Bevölkerung zu missionieren. Dazu wurden eine nach ihm benannte Ansiedlung (Bosenrod) und eine steinerne Kirche auf einer Anhöhe errichtet - eventuell an Stelle der späteren Michaeliskirche, möglicherweise aber auch am Platz einer heidnischen Kultstätte für die Fruchtbarkeitsgöttin Cica. Zum Schutz des Gebietes gründete Otto I. 965 die Mark Zeitz und unterstellte sie der Gerichtsbarkeit eines Markgrafen.

Während der Synode im italienischen Ravenna beschlossen Kaiser Otto I. und Papst Johannes XIII. die Gründung des Erzbistums Magdeburg sowie der Bistümer Meißen, Merseburg und Zeitz. Aus dieser Urkunde vom 20. April 967 stammt die erstmalige Erwähnung von Zeitz unter dem Namen "Cici", welcher sich im Laufe der Jahrhunderte allmählich in "Zeitz" wandelte.

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