"Weiße Elster" - Flusslandschaft des Jahres 2020/2021

Flusslandschaft Weiße Elster.png
Bild von MorbZ via Wikimedia Commons [GFDL]

Seit dem Jahr 2000 benennt der gemeinsame Beirat für Gewässerökologie im 2-Jahres-Rhythmus die Flusslandschaft des Jahres. Die vom Bundesumweltministerium unterstützte Initiative der NaturFreunde Deutschlands und des Deutschen Angelfischerverbands lenkt öffentliches Interesse auf Regionen die besonders gefährdet sind oder in denen hervorragende Leistungen beim erschaffen naturnaher Landschaften stattfinden.

Zur Flusslandschaft des Jahres 2020/2021 wurde die "Flusslandschaft Weiße Elster" gekürt.

Die Weiße Elster ist ein rechter Nebenarm der Saale und entspringt nahe der Stadt Aš im tschechischen Elstergebirge. Auf ihrem Weg nach Norden schlängelt sie über 250 km durch Mitteldeutschland, vorbei an Städten wie Plauen, Auerbach, Greiz, Weida, Gera, Zeitz, Pegau, Markkleeberg, Leipzig oder Schkeuditz, ehe sie bei Halle in die Saale mündet.
Durch zahlreiche Nebenarme wie die Auma, Schnauder, Pleiße oder Luppe dehnt sich das Einzugsgebiet der Weißen Elster auf knapp 5.300 km² aus. Mehr als 1,5 Millionen Menschen leben, arbeiten rund um diese belebte Flusslandschaft und gestalten diese mit. Ein beeindruckendes Beispiel hierfür ist der Elsterfloßgraben. Dieses 93 km lange Kunstgrabensystem wurde im 16. Jahrhundert errichtet und ist bis heute europaweit das Größte seiner Art.

Die Initative möchte eine breite Öffentlichkeit einbinden und dafür sensibilisieren, was die Flusslandschaft, insbesondere ökologisch und soziokulturell, aber auch wirtschaftlich, für die Region bedeutet.

Nachhaltiger Tourismus, naturnahe Wander- und Erholungsgebiete ebenso wie der Schutz von Umwelt und Natur, aber auch vor Hochwasser, sollen Schwerpunkte für die Flusslandschaft des Jahres sein. Auch Naturlandschaften zu erhalten und neu zu gestalten soll, nach Wunsch der Initiatoren, gelingen.

Dabei werden bewusst die komplexen ökologischen Zusammenhänge zwischen Fluss und der ihn umgebenden Umwelt - die Flusslandschaft als Ganzes und nicht der Fluss für sich - betrachtet.


Am Ende soll ein breites Engagement stehen, damit sich auch über 2021 hinaus die verschiedenen Nutzenden des Flusses engagiert sowie, gemeinsam und langfristig, dafür einsetzen die Lebensgemeinschaften und Naturräume zu erhalten.

Die Weiße Elster ist eines der am stärksten belasteten Fließgewässer Mitteldeutschlands und noch weit davon entfernt in einem "guten ökologischen Zustand" zu sein, wie es als verbindliches Ziel bis 2027 in der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie formuliert ist.

Geplant sind sowohl regionale wie auch regionsübergreifende Projekte um Gewässerstrukturvielfalt und umweltpädagogische Angebote wie das "AULA-Projekt 2030" zu stärken.
So etwa die Ausweisung sogenannter Natura-2000-Gebiete in den Schwerpunktregionen Plauen, Gera und Zeitz sowie verstärkte Fischansiedlungen.

Die offizielle Verleihung des Ehrentitels findet am 21. März 2020 im Gera statt.

Weiterführende Informationen gibt es auf der Internetseite der NaturFreunde Deutschlands.

Zurück | drucken