Geschichte der Stadt Zeitz

So vielfältig wie das Zeitzer Stadtbild, so abwechslungsreich ist seine über 1000-jährige Geschichte. Aus der einst slawischen Ansiedlung entstand die im Jahre 967 erstmals urkundlich erwähnte Bischofsstadt Cici, in der über fast 600 Jahre Bischöfe residierten. Die aufkommende Reformationsidee fand im Zeitzer Stiftsgebiet eine große Anhängerschaft. So ist es nicht verwunderlich, dass 1542 im Bistum Naumburg-Zeitz mit Nicolaus von Amsdorf, ein enger Freund Martin Luthers, zum weltweit ersten Male ein Bischof nach evangelischem Ritus eingesetzt wurde.
Spätgotischer Rathausteil Michaeliskirche

Mit dem Tode Julius' von Pflug endete das Kapitel des Bistums. Administratoren aus dem kursächsischen Herrscherhaus übernahmen die Verwaltung des einstigen Stiftsgebietes, das ab 1657 infolge einer Erbteilung unter den Söhnen von Kurfürst Johann Georg I. zum Herzogtum Sachsen-Zeitz wurde. Die barocke Residenz Schloss Moritzburg an der Weißen Elster diente den Herzögen bis zum Jahre 1718 als Residenz.

Innenhof und Kreuzgang des Domes St. Peter und Paul Wappen am Torhaus von Schloss Moritzburg

Nach der Niederlage Napoleons musste das verbündete Sachsen Teile seines Territoriums an das Königreich Preußen abtreten. Im neu entstandenen Landkreis wurde Zeitz zur Kreisstadt, die sich im Zuge der Industriellen Revolution zu einer modernen Industriestadt entwickelte. Fabriken v.a. für Klaviere, Maschinen und Kinderwagen prägten das Bild der Stadt bis ins 20. Jahrhundert hinein.

Verladestation der Brikettfabrik Herrmannschacht In der Voigtsstraße

Das dadurch erworbene Image der grauen Industriestadt konnte Zeitz bis heute nicht so ganz ablegen. Doch haben sich seit der deutschen Wiedervereinigungen große Veränderungen vollzogen. Die alte Dom- und Residenzstadt Zeitz ist heute eine lebens- und liebenswerte Kleinstadt mit kulturhistorischen Anziehungspunkten aus mehr als einem Jahrtausend Zeit(z)-Geschichte.

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