Das Kloster Posa

Öffnungszeiten:

 
nach Vereinbarung
 
Führungen auf Anfrage
  
Preise: kostenfrei








 
Kontakt:

Kultur- und Bildungsstätte Kloster Posa e.V.
Kloster Posa 2/3
06712 Zeitz
E-Mail: post@kloster-posa.de
Telefon: 03441/ 7250988
www.kloster-posa.de

Taubenturm auf Kloster Posa Auf dem Weinhof Kloster Posa


Geschichte:

Auf dem Bergsporn Bosau (Posa) befand sich vom 6. bis zum 10. Jahrhundert die Wallburg des Slawengaues Puonzowa. Unter der Herrschaft Kaiser Otto I. entstand im Jahre 968 das Bistum Zeitz, dem Otto III. 995 die Gebiete des slawischen Stammesbezirkes übereignete. Die Burganlage fungierte zunächst als ottonischer Burgward, bevor Bischof Dietrich I. mit der Errichtung einer hölzernen Kirche die Stiftung eines Klosters einleitete. Dazu wurden Mönche aus dem Benediktinerkloster Hirsau im Nordschwarzwald in das Zeitzer Gebiet entsandt, unter deren Leitung das im Jahre 1118 erstmalig urkundlich erwähnte Kloster Bosau erbaut wurde.

1122 wurde nach siebenjähriger Bauzeit die Klosterkirche St. Marien vollendet. Vor dem Hauptaltar der Kirche kniend wurde Bischof Dietrich I. am 24. September 1123 von einem slawischen Laienbruder hinterrücks niedergestochen, drei Tage später erlag der Bischof seinen Verletzungen. An ihn erinnert heute ein steinernes Kreuz mit Grabplatte.

Bereits im Jahre 1121, als Bischof Dietrich I. die Stiftung des Klosters beurkundete, wurden Weinberge und Weingärten erwähnt. Damit begann die Tradition des Zeitzer Weinbaus. Die Qualität der Weine stand denen von Saale und Unstrut in nichts nach. Der Verkauf der Weine bildete die Haupteinnahmequelle des Klosters. Die in der Landwirtschaft versierten Mönche hatten großen Einfluss auf den Getreide-, Obst-, Gemüse- und Weinanbau unserer Region.

Durch einen Blitzeinschlag im Jahre 1487 wurden die Klostergebäude weitgehend zerstört. Die Ruine der Kirche wurde Mitte des 17. Jahrhunderts abgerissen, die Steine fanden Verwendung beim Bau des Schlosses Moritzburg, welches sich Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz erbauen ließ.

Die Zeit der Reformation leitete das Ende der Nutzung des Klosters ein. Mit der Einsetzung des weltweit ersten evangelischen Bischofs Nicolaus von Amsdorf in Naumburg und Zeitz musste das Kloster Besitzeinbußen und Steuerbelastungen hinnehmen, von denen es sich auch unter dem folgenden katholischen Bischof Julius von Pflug nicht erholen sollte. 1551 wurde das immer mehr verfallende Kloster schließlich aufgelöst. Die Ländereien des Klosters wurden verkauft und verpachtet und auf diese Weise bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts landwirtschaftlich genutzt.

1766 wurde die letzte Weinbaufläche vom damaligen Pächter zu Ackerland umgenutzt. Erst seit 1998 lebt durch das Engagement von Vereins- und Unternehmerseite die Tradition des Weinbaus am Südhang Kloster Posas wieder auf. Der heute auf Posa gelegene Weinhof bildet den Ausgangspunkt der Weinroute an der Weißen Elster.

Das letzte erhaltene Gebäude des einstigen Benediktinerklosters, das Abtshaus mit seinem romanischen Fenster, erfährt seit Beginn des Jahres 2008 eine Sanierung. Somit wird ein weiteres Stück Geschichte erhalten, das maßgeblich mit der der Stadt Zeitz verbunden ist.

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