Das Rathaus

Rathausturmführungen:

Rathausführungen:


Montag bis Freitag 11.00 Uhr                   
    sowie
nach Vereinbarung















Preise:

Preise:
Erwachsene und
Jugendliche:
1,00 Euro
Erwachsene und
Jugendliche:
2,00 Euro
Kinder und
Ermäßigungsberechtigte:
0,50 Euro
Kinder und
Ermäßigungsberechtigte:
1,00 Euro














Anmeldung:
Tourist-Information Zeitz
Altmarkt 16, 06712 Zeitz
Tel.: 03441-83291
Fax: 03441-83331
tourismus@stadt-zeitz.de

Rathausturm Spätgotischer Rathausteil

Geschichte:

Aus nördlicher, östlicher und westlicher Richtung weithin sichtbar erhebt sich das Zeitzer Wahrzeichen, der 52 Meter hohe Rathausturm, aus der Silhouette der Stadt. Doch ist er nur ein Teil des einzigartigen Rathauskomplexes.

Als Bischof Heinrich I. im Jahre 1322 die heute älteste erhaltene städtische Urkunde ausstellte, erwähnte er in dem so genannten "Eidgeschoß" auch ein Rathaus, in dem an Markttagen Händler Stoffe zum Verkauf anbieten konnten. Die Vermutung liegt nahe, das dieses Kauf- und Rathaus ein Vorläufer des heutigen Gewandhauses gewesen sein muss.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung und der damit einhergehenden Vergrößerung der Stadt im 15. Jahrhundert wuchsen auch die Aufgaben der Verwaltung. So reifte der Plan, an Stelle des ehemaligen Schultheißenhofes an der Südseite des Altmarktes ein neues Rathausgebäude zu errichten. Unter Leitung des Altenburger Baumeisters Sebald Waldstein entstand in den Jahren 1505 bis 1509 ein im spätgotischen Stil errichtetes Gebäude. Während die Fassade abgesehen von der Freitreppe eher schlicht wirkt, zeugen die herrlichen Giebel an Ost- und Westseite - übrigens dem Giebel des Rathauses in Breslau nachempfunden - vom Wohlstand der Zeitzer Bürger zum Ausgang des Mittelalters.

In der Folge überdauerte das Rathaus vier Jahrhunderte wechselvoller Geschichte. Als Mitte des 19. Jahrhunderts im Zuge der Industriellen Revolution in Zeitz Fabriken u.a. für Klaviere, Kinderwagen und Maschinen entstanden, veränderte sich das Bild der Stadt völlig. Die Stadt wuchs weit über ihre alten Grenzen hinaus, und die Bevölkerungszahl stieg rasant an. Die Volkszählung im Jahre 1900 ergab 27.558 Einwohner, für deren Verwaltung der Platz im alten, in die Jahre gekommenen Rathausgebäude nicht mehr ausreichte. Nach einigen Auseinandersetzungen einigte sich der Rat der Stadt auf einen Erweiterungsbau, der die Renovierung des ursprünglichen Rathauses mit einschloss. Dazu beauftragte man die Leipziger Architekten Georg Weidenbach und Richard Tschammer. Nachdem die benachbarten Gebäude abgerissen worden waren, begannen am 3. Oktober 1906 die Maurerarbeiten für den neuen Rathausteil. Am 24. August 1907 konnte das Richtfest gefeiert werden, und am 7. Oktober 1909 wurde der karreeförmige Erweiterungsbau mit Innenhof und Rathausgarten durch Oberbürgermeister Theodor Arnold feierlich eingeweiht. Mit seinem markanten Turm und den reichlichen Verzierungen spiegelte es nach außen das Selbstbewusstsein einer modernen Industriestadt wider. Im Inneren wurden alter und neuer Rathausteil zu einer harmonischen und funktionalen Einheit.

Während eines Bombenangriffs am 30. November 1944 wurden Teile des Süd- und Westflügels des Erweiterungsbaus getroffen, wodurch u.a. der Saal der Stadtverordneten beschädigt wurde. Heute sind der prächtig ausgestattete Friedenssaal, die gotische Diele und die einstigen Zimmer der Zeitzer Bürgermeister im Rahmen einer Rathausführung zu besichtigen.

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