Kaliningrad

- Russland

Vereinbarung zur Förderung wirtschaftlicher Zusammenarbeit

Kaliningrad-Wappen

Die westlichste Großstadt Russlands trug nicht immer ihren Stadtnamen Kaliningrad (zu Deutsch: Kalininstadt). Bis 1946 hieß die Stadt "Königsberg" und war Hauptstadt von Ostpreußen im Deutschen Reich. 1946 wurde Königsberg dann nach dem sowjetischen Politiker Michail I. Kalinin benannt, obwohl bis heute kein Zusammenhang zwischen der Stadt und dem Politiker nachweisbar ist.

Heute ist die 215,7 km² große Stadt, mit 423,651 Einwohnern, Hauptstadt der Oblast Kaliningrad (russische Exklave).

Mit der Stadt Zeitz wurde am 11. August 1995 eine Vereinbarung getroffen zur "Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den Städten Kaliningrad und Zeitz, im Sinne des Europäischen Förderprogramms "Ouverture".

Dieses "ECOS-Ouverture" - Programm, welches 1997 bis 2003 durchgeführt wurde, hatte das Ziel der Internationalen Zusammenarbeit zwischen lokalen Behörden der EU und Mittel -und Osteuropa.. Es entstand als Reaktion auf die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen in Mittel- und Osteuropa. Man setzte sich das Ziel der Verbesserung der Entwicklung im europäischen Raum.

Auch Zeitz nahm an diesem Programm teil und versuchte die Stadt Kaliningrad wirtschaftlich zu unterstützen. So kam zum Beispiel bei einem Benefizkonzert in Zeitz, zu Gunsten der Straßenkinder in Kaliningrad, ca. 2.500 €  zusammen, welche an die russische Stadt gespendet wurde.

Mit Unterzeichnung der damaligen Vereinbarung zwischen den beiden Städten erklärten sich die Unterzeichner als Repräsentanten und es entstand eine deutsch-russische Freundschaft.

Auch heute kommt es zu gegenseitigen Einladungen, aufgrund von Feierlichkeiten u.a. Anlässen, zwischen Kaliningrad und Zeitz.

Aus der Vereinbarung über wirtschaftliche Zusammenarbeit wurde nach nunmehr 15 Jahren eine echte Städtepartnerschaft. Der Zeitzer Oberbürgermeister Dr. Volkmar Kunze und der Kaliningrader Stadtpräsident Alexander Yaroshuk haben am 11. September 2010 den entsprechenden Vertrag unterzeichnet.

Mit der Unterzeichnung des Vertrages soll nicht nur die wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter gefördert werden, sondern vor allem auch der Erfahrungsaustausch in Bereichen wie Bildung, Umweltschutz und Kultur. Genau diese Punkte sind ebenso wie Sport und Soziales sowie die Zusammenarbeit zwischen den Verwaltungen einzeln im Vertrag hervorgehoben.

Eine Delegation aus Zeitz nahm die Einladung zum "Tag der Stadt Kaliningrad 2010" wahr und beglückwünschte mit weiteren Partnerstädten Kaliningrad zu den Feierlichkeiten.

Im Rahmen der vielseitigen Programmpunkte gehörte auch der Besuch der Vogelwarte Rossitten dazu. Diese ist 1901 vom Zeitzer Ornithologen Johannes Thienemann (1863 bis 1983) mit begründet worden. Es war damals die erste ornithologische Forschungsstation weltweit.

Die Delegation aus Zeitz hatte im Gepäck Briefe von Zeitzer Schülern, die großes Interesse daran haben, mit Schülern aus der Partnerstatt in Kontakt zu treten.

Die Stadt Zeitz plant für das Jahr 2011 die Durchführung einer internationalen Jugendbegegnung, zu der auch eine Jugendgruppe aus Kaliningrad eingeladen ist.

Kaliningrad-Dom SowjetowDas Gebiet Kaliningrad gilt seit 3000 v. Chr. als besiedelt. Aber erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt als dort der erste Handelsstützpunkt hinverlegt wurde. Im zweiten Weltkrieg wurde Königsberg fast komplett zerstört und stand seit dem 9.April 1945 unter Militärführung. Somit war Kaliningrad von 1945-90 unter sowjetischer Verwaltung.

Als Resultat der späteren Unabhängigkeit wurde das Gebiet zur russischen Exklave und Stadt Kaliningrad zu dessen Zentrum.

Das früher (Vorkriegszeit) dicht bebaute Stadtzentrum besteht heute aus Parks, breiten Straßen und leeren Plätzen, die an die zerstörten - für die Stadt bedeutsamen - Gebäude erinnert. So zum Beispiel der leere Platz neben der Bauruine des Rätehauses "Dom Sowjetow", wo früher das Königsberger Schloss stand, welches das Wahrzeichen von Königsberg war.

Das einzige Gebäude, das von der alten Innenstadtbebauung erhalten geblieben ist, ist der Königsberger Dom (auf der Kantinsel). Dieses Jahr hat das Gebäude 675-jähriges Jubiläum.

Neben den historischen Gebäuden hat Kaliningrad auch zahlreiche Museen zu bieten. Zum Beispiel das "Immanuel-Kant-Museum", das "Dommuseum" und besonders erwähnenswert, aufgrund historischer Sammlungen, das "Museum für Geschichte und Kunst" in der früheren Stadthalle. Die Kaliningrader Philharmonie (in der früheren katholischen Kirche Kaliningrads) wurde 1907 gebaut und im II. Weltkrieg komplett zerstört. Ein Wiederaufbau begann direkt nach Ende des Krieges.

    Kaliningrad-Koenigsberger Schloss                        Kaliningrad-Koenigsberger Dom

Erwähnenswertes Denkmal ist die Statue Immanuel Kants.

Der Königsberger Tierpark, heute Kaliningrader Zoo, wurde 1896 eröffnet und ist somit einer der ältesten Tiergärten Russlands.

Zudem ist die Stadt auch ein bedeutendes Wirtschafts- und Industriezentrum. Vorrangig ist die chemische Industrie, der Maschinenbau und die Möbelindustrie in Kaliningrad aktiv.

Adresse:

236040 Kaliningrad
Pl Pobedy 1
Bürgermeister Alexander Yaroshuk

Internet: www.klgd.ru

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