Zeitz zur Zeit der Herzöge

Im September 1653 übernahm der jüngste Sohn des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. die Verwaltung des Stiftsgebietes Naumburg-Zeitz. Nach dem Tode des Vaters 1656 entstanden infolge einer testamentarisch verfügten Erbteilung die Herzogtümer Sachsen-Merseburg, Sachsen-Weißenfels und Sachsen-Zeitz. Am 1. Mai 1657 übernahm Moritz die Regierungsgeschäfte seines neuen Herzogtums Sachsen-Zeitz. An Stelle der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Bischofsburg ließ er sich vom fürstlich sächsischen Landbaumeister Johann Moritz Richter ein Schloss in barockem Stil errichten, in das er am 1. Juli 1663 einziehen konnte. Durch Abtragen der Türme und barocke Innengestaltung wurde die ehemalige Bischofskirche zur Schlosskirche, dem heutigen Dom St. Peter und Paul, umgestaltet.

Schloss Moritzburg Herzog Moritz

Nach dem Tode von Herzog Moritz im Jahre 1681 wurde dessen erst 17-jähriger ältester Sohn Moritz Wilhelm Regent des Herzogtums. 1689 heiratete Moritz Wilhelm die älteste Tochter des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, Anna Amalia, die Stiefschwester des späteren ersten Preußenkönigs Friedrich. Durch seinen Übertritt zum katholischen Glauben verlor Moritz Wilhelm seine Rechte als Verwalter des Stiftes Naumburg-Zeitz und damit auch das Schloss Moritzburg als Residenz. Auf der Osterburg bei Weida wohnte und regierte er bis zu seinem Tod am 15. November 1718, einen Monat nach seiner Rückkehr zum lutherischen Glauben. Mit seinem Tod endete die Herrschaft der Herzöge von Sachsen-Zeitz. Fast 100 Jahre unterstand das Zeitzer Gebiet dann noch der kursächsischen Administration. Nach der Niederlage Napoleons und des mit ihm verbündeten Kurfüstentums Sachsen fiel das Stiftsgebiet auf Beschluss des Wiener Kongresses an Preußen. 1816 wurden Stift und Stiftsregierung aufgelöst und Zeitz zur Kreisstadt eines Landkreises.

 

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