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5,4 Millionen Euro für ein Stück Zeitzer Geschichte - Förderbescheid für die Sanierung des Denkmalensembles Brühl 24-27

Pressemitteilung der Stadt Zeitz vom 08.09.2026

Manche Gebäude erzählen Geschichte und das Zeitzer Gebäudeensemble „Brühl 24 bis 27“ tut dies bereits seit Jahrhunderten. Damit das auch künftig so bleibt, übergab der Präsident des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt, Thomas Pleye, am Dienstag, den 08. September einen Zuwendungsbescheid über insgesamt 5,4 Millionen Euro an Oberbürgermeister Christian Thieme sowie die Eigentümer des Gebäudeensembles. 

Mit den Mitteln sollen die Gebäude des historischen Ensembles Brühl 24-27 einschließlich der Außenanlagen denkmalgerecht saniert und für die Zukunft gesichert werden. Die Finanzierung erfolgt über das Investitionsgesetz Kohleregionen (InvKG). Mitten im historischen Herzen von Zeitz erhält damit eines der bedeutendsten Sanierungsprojekte der Stadt Rückenwind. Das Vorhaben verbindet den Erhalt wertvoller Bausubstanz mit einer nachhaltigen städtebaulichen Entwicklung und trägt zugleich zur weiteren Aufwertung der Kohleregion bei.

Der Präsident des Landesverwaltungsamtes, Thomas Pleye, betonte bei der Förderbescheid Übergabe die Bedeutung des Projekts:

Mit der Förderung des Ensembles unterstützen Bund und Land ein Vorhaben, das Denkmalschutz, Stadtentwicklung und Strukturwandel in vorbildlicher Weise miteinander verbindet. Die Sanierung trägt dazu bei, wertvolle Bausubstanz zu erhalten und die historische Innenstadt von Zeitz nachhaltig zu stärken. Gleichzeitig setzen wir damit ein weiteres sichtbares Zeichen für die Entwicklungsperspektiven der Kohleregionen.

Oberbürgermeister Christian Thieme zeigt sich erleichtert, dass die Sanierung und Belebung mit dem Förderbescheid jetzt endlich umgesetzt werden kann und erklärt:

Mit der Wiederbelebung des in Zeitz als „Kapitelschenke“ bekannten Gebäudeensembles, ergänzt um weitere Gebäude für Übernachtungs- und Veranstaltungsmöglichkeiten und die Lage in unmittelbarer Nähe zur Moritzburg, wird ein wichtiger - bisher in dieser Form fehlender - touristischer Anlaufpunkt geschaffen. Die „Kapitelschenke“ ist vielen Zeitzern in guter Erinnerung und damit wichtiger Teil der Verbundenheit mit der Heimatstadt. Die Sanierung ist wichtig für das Quartier, denn wie sich bereits mehrfach gezeigt hat, ziehen Fertigstellung und Nutzung Synergieeffekte nach sich, was wir auch hier erwarten. Das Projekt wird also Startpunkt einer Entwicklung sein, die das gesamte Quartier aufwertet. Die Bewilligung der Fördermittel ist somit ein weiterer wichtiger Meilenstein für die Entwicklung unserer Altstadt.  Mit der Unterstützung von Bund und Land können wir dazu beitragen, diesen bedeutenden Bestand zu erhalten und die positive Entwicklung der Zeitzer Innenstadt weiter voranzubringen, wofür ich allen Beteiligten ausdrücklich danke.

Dem Förderbescheid ging ein mehrjähriger Vorbereitungs- und Abstimmungsprozess voraus. Bereits im Jahr 2022 wurden erste Fördermittel für Planungsleistungen bewilligt.

Nach umfangreichen Prüfungen und intensiven Abstimmungen zwischen Stadt, Land und Bund wurde nun der Weg für die Umsetzung des Gesamtvorhabens freigemacht. Damit erhält eines der bedeutendsten denkmalpflegerischen Projekte der Stadt Zeitz eine langfristige Perspektive. Nun kann das Projekt mit der umfangreichen Sanierung des Ensembles fortgeführt werden. Insgesamt stehen damit für das Vorhaben Fördermittel in Höhe von 5,4 Millionen Euro zur Verfügung.  Das Vorhaben ist Teil der Strukturentwicklungsmaßnahmen im Mitteldeutschen Revier.

Erworben haben das Gebäudeensemble Frank Kuhnla und Andre Rölicke mit ihrem Unternehmen, der ZZ Wohnwert GbR bereits vor etlichen Jahren, die froh sind, dass der Förderbescheid jetzt da ist und die Sanierung beginnen kann.

Wir haben am Brühl die Gebäude und das Gelände der ehemaligen Kapitelschänke mit Nebenhäusern, Hausnummer 24 – 27 nach und nach erworben, wollen hier sanieren, die Objekte einer touristischen Nutzung zuführen und somit die touristische Infrastruktur in Zeitz verbessern sowie damit auch eine städtebauliche Verbesserung herbeiführen. Endlich sind wir einen Schritt weiter und freuen uns, dass es sozusagen vorbei ist und wir nun endlich mit der Umsetzung beginnen können,

so Frank Kuhnla bei der Förderbescheid Übergabe, der zudem erklärt, dass das Vorhaben jetzt mit Entrümpelung und Sicherungen beginnt.

Das Projekt umfasst die denkmalgerechte Sanierung der Gebäude Brühl 24 bis 27 einschließlich der Außenanlagen in der historischen Altstadt von Zeitz. Die Häuser gehören zum Umfeld der ehemaligen Kapitelschenke, die sich zwischen Schloss Moritzburg und dem historischen Stadtkern befindet. Gemeinsam mit ihren Nebengebäuden zählt sie zu den ältesten Denkmalensembles der Stadt.

Der Brühl gilt als ältester Siedlungsbereich von Zeitz und wird deshalb häufig als „Wiege der Stadt“ bezeichnet. Als Kern einer mittelalterlichen Kaufmannssiedlung spielte er über Jahrhunderte eine zentrale Rolle für die Entwicklung des städtischen Lebens. Bis heute ist hier ein außergewöhnliches Stück Architektur- und Stadtgeschichte ablesbar, dass die Wohn- und Arbeitsverhältnisse vergangener Jahrhunderte dokumentiert. Die Objekte Brühl 24 bis 27 gehören zu den authentisch erhaltenen Zeugnissen dieser Entwicklung und besitzen einen hohen denkmalpflegerischen Wert.

In den vergangenen Jahrzehnten waren der Brühl und seine historische Bausubstanz jedoch stark von Leerstand, Verfall und Flächenabbrüchen betroffen. Dadurch gingen wichtige historische Strukturen verloren. Die noch erhaltenen Gebäude bilden heute umso bedeutendere Ankerpunkte für die Identität der Altstadt und für die Erinnerung vieler Zeitzerinnen und Zeitzer an die Geschichte ihres Stadtviertels.

Autor: Lars Werner, Pressesprecher, 08.09.2026 
Quelle: Stadt Zeitz