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Zeit(z) des Industriezeitalters

In der Zeit der preußischen Verwaltung wandelte sich das Bild der Stadt rasant. Während man Jahrhunderte lang von Zeitz als "Ackerbürgerstadt" gesprochen hatte, entstanden ab der Mitte des 19. Jahrhunderts im Zuge der Industriellen Revolution erste Fabriken u.a. für Klaviere, Maschinenbau und Zuckerproduktion. Die Förderung von Braunkohle wurde aufgenommen. 1846 begann der Zeitzer Stellmacher Ernst Albert Näther mit der Produktion von Kinderwagen und begründete damit den späteren weltweiten Namen der Stadt Zeitz als Stadt der Kinderwagen.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Zeitz an verschiedene Eisenbahnlinien angebunden, was neue Möglichkeiten für den Handel und die Produktion der Waren eröffnete.

Betrug die Einwohnerzahl der Stadt im Jahre 1816 noch ca. 6.600, stieg sie in den folgenden Jahrzehnten enorm an. Im Jahr 1900 hatte Zeitz bereits 27.558 Einwohner. Das Stadtgebiet vergrößerte sich. Es entstanden neben Wohnhäusern und Fabriken auch zahlreiche Schulen, deren imposante Gebäude auch heute noch das Stadtbild prägen. Die größere Stadt bedurfte immer mehr einer größeren Verwaltung. So entstand Anfang des 20. Jahrhunderts der neue Rathausteil mit dem 52 Meter hohen Turm, der neue Bahnhof und das Zeitzer Sommerbad.

Die wirtschaftlich bedeutende Stadt Zeitz und das unweit gelegene, 1937 bis 1939 erbaute Hydrierwerk waren während des Zweiten Weltkriegs Ziele für Luftangriffe. Glücklicherweise blieb Zeitz von wesentlichen Zerstörungen durch Bombenschäden verschont.

Nach dem Krieg wurde Zeitz der sowjetischen Besatzungszone zugeteilt. Die größtenteils verstaatlichten Betriebe, die Tausenden Menschen Arbeit boten, waren bedeutend für die Chemie- und Bergbauregion um Halle / Leipzig. Der VEB Zekiwa entwickelte sich zu Europas größtem Produzenten von Kinderwagen.