Zeitz bleibt bunt - Graffitieinweihung und Kochen für eine lebendige Nachbarschaft
Pressemeldung der Stadt Zeitz vom 19.10.2026
Schülerinnen und Schüler des GfM Berufsbildungszentrums Zeitz laden am Mittwoch, den 21. Oktober ab 15 Uhr zur Einweihung ihrer Graffitiarbeit am Haus Liebknechtstraße 10 ein. Mit der farbenfrohen Gestaltung der Gebäudenotsicherung wird ein zukunftsweisendes Zeichen für den Umgang mit Denkmalen in der Stadt gesetzt. Bei Kürbissuppe und warmen Getränken sprechen die Jugendlichen und der Zeitzer Graffiti-Künstler Moritz Linsel, der Denkmalschutz der Stadt Zeitz und Mitarbeitende des RZZ mit der Nachbarschaft über neue Wege für die aktive Gestaltung und Mitwirkung in ihrem Stadtraum.
Der Zeitzer Künstler Moritz Linsel führte einen Graffiti-Workshop mit Schülerinnen und Schülern des GfM Berufsbildungszentrums auf dem Gelände der ehemaligen Zekiwa-Fabrik durch. Die Jugendlichen entwickelten hier eigenständig ihr Motiv für die Trapezblechverkleidung. Organisiert wurde die Werkstatt von der Begleitforschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Im Rahmen einer denkmalrechtlichen Ersatzvornahme entstand der Wunsch die großflächige Blechverkleidung als Leinwand zu nutzen. Gestaltet wurde dabei die gesamte Etagenfront eines Gründerzeithauses in der Liebknechtstraße 10.
Das Ziel ist, gemeinsam mit Jugendlichen ein buntes und optimistisches Zeichen für eine zukunftsfähige Entwicklung der Straße entstehen zu lassen. Denkmalschutz wird dabei nicht allein als Schutz von Spuren vergangener Zeiten verstanden. Damit Denkmal zukunftsfähig bleibt, muss sich die junge Generation mit ihrer Stadt identifizieren und die Möglichkeiten bekommen, aktiv an ihrer Gestaltung mitzuwirken.
Das Gebäude Liebknechtstraße 10 steht mit seiner Fassadendekoration stellvertretend für Straßenansichten aus der Zeit um 1900. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde Stuck entfernt, um das Gebäude neueren modernistischen Vorstellungen anzupassen. Das Denkmal ist somit nicht nur ein Fensterausblick auf einen bestimmten Zeitpunkt der Vergangenheit, sondern es steht für eine lebendige Weiterentwicklung der Stadt. In diesem Sinne bedeutet die Erhaltung der Liebknechtstraße weit mehr als die Konservierung einer Zeitschicht. Mit künstlerischen Aktionen und aktuellen Gestaltungen werden die Blickwinkel der nachwachsenden Generationen aufgenommen. Diese sorgen für Identifikation und eine Motivation zur aktiven Mitgestaltung der Stadt.
Die Aktion ist innerhalb kürzester Zeit entwickelt worden und ist damit beispielhaft für kurze Entscheidungswege innerhalb der Verwaltung in Zusammenarbeit mit ansässigen Handwerkern, wie die Firma Dachdecker Lippold, die diese Aktion mit entgegenkommenden, praktischen Lösungen unterstützt hat. Die direkten Kommunikationskanäle zwischen den Vertretern und Vertreterinnen Institutionen – die Stadtverwaltung, die Martin-Luther-Universität und dem Forum Rathenau e. V. sowie des GfM Berufsbildungszentrums beruhten auf persönlichem Vertrauen in die
gemeinsame verantwortungsbewusste Arbeit und dem gemeinsamen Wunsch, mit Engagement das Projekt erfolgreich umzusetzen. Für die Begleitforschung der Martin-Luther-Universität Halle besteht in der Zusammenarbeit mit den Jugendlichen die Möglichkeit, Ideen und Wünsche von Jugendlichen auf informellem Weg zu ergründen. Das gemeinsame Arbeiten bildet eine Verbindung, die nicht über konventionelle Befragungsformate hergestellt werden kann und ist gleichzeitig ein Test für neue Methoden qualitativer Forschung.
Schließlich ist dem persönlichen Engagement des Künstlers und der Begeisterung der Jugendlichen für ihre eigenständige Arbeit zu verdanken, dass dieses Projekt erfolgreich abschließt. Die Aktion schließt mit einem Fest für die Nachbarschaft vor Ort ab. Für die Suppe und ein Zusammensein zum Gespräch sorgt schließlich Ludwig Geßner vom Forum Rathenau e. V., der Kochen und Essen als verbindendes Mittel für eine lebendige Nachbarschaft versteht. Das Besondere an dieser Aktion ist, dass die Umsetzung dieser Idee so unwahrscheinlich schien. Über zwanzig verschiedene Akteure oder Fachbereiche haben innerhalb kürzester Zeit erfolgreich zusammengearbeitet. Deshalb sind Sie herzlich zu einem unterhaltsamen Zusammensein am Mittwoch, den 21. Oktober um 15 Uhr eingeladen.
Quelle: Stadt Zeitz