Beim Sommerfest des Oberbürgermeisters überrascht - Yvette Lange mit »Clemens-Wittelsbach-Preis 2026« geehrt
Der katholische Pfarrer Clemens Wittelsbach engagierte sich bereits während seines Theologie-Studiums in den 1920er Jahren politisch und verteidigte dabei Demokratie und Frieden. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten geriet er bald in das Visier der Gestapo. Um den mutigen Geistlichen zu schützen, versetzte ihn sein Bischof 1937 nach Zeitz. Hier trat der neue Pfarrer wiederum für rassisch Verfolgte und Zwangsarbeiter ein, stellte sich öffentlich hinter den Begründer der Volkshochschule, der wegen seiner jüdischen Herkunft verfolgt wurde, kümmerte sich als Seelsorger um die Zwangsarbeiterinnen in der Brikettfabrik und erreichte, dass diese in den Räumen der 1939 von den Nationalsozialisten geschlossenen katholischen Schule untergebracht und ihre Haftbedingungen gemildert wurden.
Im Zuge seiner Verdienste wurde 2022 von den Kirchgemeinden im Altkreis Zeitz sowie der Stadt Zeitz der Clemens-Wittelsbach-Preis ins Leben gerufen, mit welchem „stille Macherinnen“ für ihr Engagement ausgezeichnet werden sollen.
Füreinander einstehen, gemeinsam Probleme lösen, Zusammenhalt stiften: Das ehrenamtliche Engagement will man damit weiter stärken und mit Anerkennung und Wertschätzung würdigen. Die Auslobung richtet sich dabei an „stille Macherinnen“ im Altkreis Zeitz, also an Frauen oder Frauengruppen, die sich, egal in welchem Lebensbereich, selbstlos und ohne großes Gerede engagieren und damit nicht einfach nur helfen, sondern vielmehr den Menschen in ihrer Umgebung ein Lächeln aufs Gesicht zaubern,
erklärt Oberbürgermeister Christian Thieme.
Auch in diesem Jahr erreichten die Jury, welche aus Vertretern der Kirchgemeinden sowie einem Vertreter der Stadt Zeitz besteht, zahlreiche Nominierungsvorschläge, so dass es keine leichte Aufgabe war, eine Wahl zu treffen. Yvette Lange, die bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten ehrenamtlich in der Katholischen Pfarrgemeinde tätig ist, wurde zur Preisträgerin des Jahres 2026 gekürt.
Wer sie kennt, weiß, dass sie alles andere als still ist. Sie ist forsch, engagiert, couragiert, unkonventionell, mitreißend, begeisternd, zupackend, unerschrocken, mutig, unermüdlich, kinderlieb, caritativ, eine Freundin der Menschen, Christin und voller Ideen, die sie noch umsetzen will,
beschreibt Diakon Thomas Nimpsch, Pfarrei St. Peter und Paul Zeitz, die Preisträgerin in seiner Laudatio.
Mit dem Clemens-Wittelsbach-Preis ausgezeichnet wurde Yvette Lange am Montag, den 31. August 2026 im Rahmen des Sommerfestes des Oberbürgermeisters der Stadt Zeitz. Einen Tag vor der Veranstaltung kam sie aus dem Urlaub zurück und wurde nichtsahnend unter einem Vorwand zur Veranstaltung gelockt.
Ich habe Thomas noch gefragt, wer die großartige Auszeichnung in diesem Jahr erhält und er sagte noch, dass er es auch nicht weiß. Während des Programms wurde er dann plötzlich als Laudator vorgestellt und plötzlich fiel mein Name,
erzählt Yvette Lange noch völlig überrascht und dennoch erfreut, dass sie zur Wahl stand und dann auch noch die Person ist, auf die die Wahl fiel.
Den Preis bekam Yvette Lange nicht umsonst, denn sie engagiert sich, wie Thomas Nimpsch betont, ohne viele Worte, aber immer mit Herz.
Sie ist in Kirche und Gesellschaft aktiv und neben ihrem Engagement in der DLRG, der evangelischen Grundschule und der katholischen Gemeinde organisiert sie die jährliche Sternsingeraktionen in Zeitz und Umgebung, hält Religionsunterricht, feiert mit Kindern Gottesdienste, bringt im Pfarrgemeinderat immer neue Ideen und Vorschläge ein und ist wie einst Clemens Wittelsbach eine Vertreterin der Demokratie und unterstützt unter anderem die katholische Initiative „Bewusst wählen“,
so Thomas Nimpsch weiter.
Die Stadt Zeitz sowie die Vertreter der Kirchgemeinden danken Yvette Lange mit der Ehrung für das bisherige Engagement und hoffen, dass sie mit ihrer Begeisterung, dem Mut und ihrem unermüdlichen Einsatz auch weiterhin für die Menschen in Zeitz und der Region da ist.
Quelle: Stadt Zeitz