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Ehrenamt verbindet - Stadt Zeitz würdigt fünf engagierte Menschen mit dem Ehrenamtspreis 2026

Pressemitteilung der Stadt Zeitz vom 01.09.2026

Ehrenamt ist mehr als ein freiwilliges „Mitmachen“. Es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, Zeit zu schenken und für andere da zu sein – oft ganz selbstverständlich und ohne großes Aufheben. Genau dieses Engagement macht unsere Stadt lebendig und unsere Gesellschaft ein Stück menschlicher. 

Deutschlandweit engagieren sich rund 27 Millionen Menschen freiwillig. Das sind 36,7 Prozent der Bevölkerung. Und auch wenn die Zahl zuletzt etwas zurückgegangen ist, investieren ehrenamtlich Tätige im Durchschnitt sogar mehr Zeit. Ob im Sportverein, bei der Feuerwehr, in sozialen Einrichtungen, in der Kultur, bei der Unterstützung von Menschen in schwierigen Situationen oder einfach dort, wo eine helfende Hand gebraucht wird: Ehrenamtliche sind überall aktiv. Sie organisieren, retten, begleiten, trösten, motivieren und packen an. Sie sind da, wenn andere Hilfe brauchen – und das nicht selten dann, wenn es darauf ankommt.

Was dabei besonders beeindruckt: Ehrenamt passiert häufig im Hintergrund. Ohne großes Rampenlicht, ohne Schlagzeilen und meist ohne die Erwartung einer Gegenleistung. Dafür braucht es Zeit, Energie, Ausdauer und Verlässlichkeit. Und manchmal sicher auch starke Nerven. Umso wichtiger ist es, dieses Engagement sichtbar zu machen und den Menschen dahinter einmal ganz bewusst „Danke“ zu sagen.

Denn unsere Gesellschaft lebt nicht nur von großen Ideen und politischen Entscheidungen. Sie lebt vor allem von Menschen, die Verantwortung übernehmen, füreinander einstehen und sich für ihre Mitmenschen und ihre Heimat einsetzen. Ehrenamt ist damit ein unverzichtbarer Teil unserer Stadtgesellschaft.

Die Stadt Zeitz hat deshalb bereits im Jahr 2015 den Ehrenamtspreis ins Leben gerufen. Mit dieser Auszeichnung werden Menschen gewürdigt, die sich in besonderer Weise für andere und für das Gemeinwohl einsetzen – unabhängig davon, ob ihr Engagement auf einer großen Bühne stattfindet oder eher leise und im Hintergrund wirkt.

Genau diese Menschen stehen beim Sommerfest des Oberbürgermeisters im Mittelpunk. Deshalb wurde auch in diesem Jahr neben der Sportlerehrung und der Vergabe des Clemens-Wittelsbach-Preises, der Ehrenamtspreis der Stadt Zeitz 2026 an fünf engagierte Zeitzer Bürgerinnen und Bürger im Rahmen des Sommerfestes verliehen.

Vor Gästen aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft erhielten die Preisträgerinnen und Preisträger verdienten Applaus für ihren persönlichen Einsatz.

Fünf Menschen, fünf Geschichten, ganz unterschiedliche Wege des Engagements – aber eine gemeinsame Botschaft: Ehrenamt macht den Unterschied.

„Sie stehen heute stellvertretend für viele Menschen in unserer Stadt, die sich engagieren, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Sie machen Zeitz menschlicher, lebendiger und stärker. Vieles davon bemerken wir erst, wenn es plötzlich fehlt. Dann erkennen wir, was Ehrenamt wirklich bedeutet. Es ist nicht das Sahnehäubchen einer funktionierenden Gesellschaft, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil, der sie zusammenhält. Und deshalb gilt an diesem Tag vor allem eines: Danke für Ihre Zeit. Danke für Ihren Einsatz. Danke das Sie für Zeitz und die Menschen da sind“, so Oberbürgermeister Christian Thieme in seiner Laudatio zur Preisvergabe.

Der Ehrenamtspreis der Stadt Zeitz 2025, verbunden mit einem Eintrag ins Gästebuch der Stadt Zeitz, ging an:

Nataliia Kyrychenko

Frau Kyrychenko engagiert sich seit 2022 in außergewöhnlicher Weise für Integration, gesellschaftlichen Zusammenhalt und interkulturellen Austausch in Zeitz.

Nach ihrer Ankunft in Deutschland gründete sie gemeinsam mit weiteren engagierten Menschen den Verein „Ukrainisches Zentrum für Integration und Kulturaustausch e.V.“ und hat seitdem maßgeblich dazu beigetragen, eine stabile Struktur für Integrations- und Kulturarbeit in Zeitz aufzubauen. Innerhalb weniger Jahre hat sie mit zahlreichen Mitstreiterinnen und Mitstreitern eine lebendige Plattform für Integration, Begegnung und ehrenamtliches Engagement geschaffen. Sie bringt Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und trägt dazu bei, dass Integration in Zeitz aktiv gelebt wird.

Unter ihrer Leitung und Mitwirkung hat sich aus der kleinen Initiative eine aktive Organisation mit 39 Mitgliedern und zahlreichen ehrenamtlich Tätigen entwickelt. Der Verein bietet regelmäßige Beratungen für ukrainische Familien an, unterstützt bis zu 100 Menschen monatlich bei Fragen zu Behörden, Schule, Arbeit und gesellschaftlicher Integration und organisiert vielfältige Bildungs- und Kulturangebote, wozu unter anderem die Deutschförderung für Seniorinnen und Senioren, Kunst- und Kreativkurse für Kinder und Erwachsene, Chor- und Jugendprojekte, das Ukrainische Kulturfest und die Teilnahme an Festivals, Märkten und städtischen Veranstaltungen gehören.

Das „Ukrainische Zentrum für Integration und Kulturaustausch e.V.“ wurde für seine Arbeit auch über die Grenzen der Stadt Zeitz hinaus mit dem Integrationspreis und dem Ehrenamtspreis des Landes-Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.

Kerstin Müller

Frau Müller hat sich über viele Jahre hinweg mit außergewöhnlichem Engagement und großer Verlässlichkeit für den Partnerschaftsverein Detmold-Zeitz e.V. eingesetzt. In ihrer Funktion als Vorsitzende prägt sie den Verein maßgeblich und leistet einen bedeutenden Beitrag zur lebendigen Städtepartnerschaft.

Sie organisiert Begegnungen, Austauschprogramme und Veranstaltungen, die das Verständnis sowie den Dialog zwischen den Menschen beider Städte fördern. Dabei schafft sie es immer wieder, Menschen unterschiedlicher Generationen zusammenzubringen und neue Impulse für die Arbeit des Partnerschaftsvereins zu setzen.

Kerstin Müller ist durch ihre offene Art, ihre organisatorische Stärke sowie ihre kontinuierliche Präsenz eine zentrale Stütze des Vereinslebens. Hinzuzufügen ist, dass ihr ehrenamtliches Engagement die Städtepartnerschaft zwischen Detmold und Zeitz maßgeblich mit Leben füllt und diese nachhaltig stärkt und vertieft. Ihre ehrenamtliche Arbeit als Vereinsvorsitzende ist herausragend und beispielhaft.

Mandy Neidhardt

Frau Neidhardt ist eine der zahlreichen guten Seelen in Theißen – und vermutlich gibt es kaum jemanden im Ort, der sie nicht kennt. Sie ist mit fast allen Vereinen verbunden, betreute bereits in jungen Jahren Kinder und Jugendliche im Jugendclub Theißen und war auch Ansprechpartnerin für diese bis der Jugendclub Ende der 90iger Jahre geschlossen werden musste. Seit drei Jahren lebt das Projekt „Jugendtreff Zeitz Nord – BOLZER Theißen“ wieder auf und Mandy Neidhardt stärkt dieses Projekt als fundamentales Mitglied dieser Interessengemeinschaft mit all ihrer Erfahrung.

Vor 35 Jahren stieg Mandy Neidhardt als aktive Spielerin in die Frauenmannschaft des SV Eintracht 91 Theißen e.V. ein, wechselte nach 20 Jahren die Sportart und wurde aktives Mitglied in der Sektion „Kegler Theißen“. Seit einigen Jahren führt sie die 2. Kegelmannschaft Frauen als Mannschaftsleiterin, trainiert dazu auch die F-Jugend in der Sektion Fußball, sichert den Spielbetrieb durch Mithilfe an Turnieren, hält das Sportlerheim in Schuss und unterstützt den Vorstand des SV Eintracht 91 Theißen e.V. bei dessen Arbeit. Für Mandy Neidhardt aber noch nicht genug, denn darüber hinaus ist sie Mitglied im Heimatverein Theißen. Kurz und knapp sagen ihre Mitmenschen, auf Mandy ist Verlass und Sie ist da, egal wo und bei was Hilfe benötigt wird.

Thomas Richter

Für sein ehrenamtliches Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit der Sektion Schach des SV Motor Zeitz e.V. möchten wir uns heute auch bei Thomas Richter bedanken. Seit Jahren führt er unentgeltlich individuelles Fördertraining durch und betreut die Kinder bei Wettkämpfen. Er holt und bringt die jungen Teilnehmer mit seinem privaten PKW, investiert viel Kraft und Zeit in den Verein und die Menschen und ist deshalb aus dem Vereinsleben nicht wegzudenken.

Wie heute bereits erwähnt, scheinen die Aufgaben oftmals selbstverständlich, doch auch Ihnen lieber Thomas Richter möchte ich heute sagen, dass wir stolz sind, Menschen wie Sie in unseren Reihen zu haben, denn ohne Sie wäre Vereinsarbeit in dem Ausmaß nicht möglich.

Günter Timmler

Als ehemaliger Gemeindearbeiter kennt Günter Timmler Theißen wie kein zweiter. Er wurde hier durch seine Hilfsbereitschaft zur „guten Seele“ des Ortes und ist bis heute nicht aus dem Theißener Vereinsleben wegzudenken. Seit den 1970er Jahren engagiert er sich als Fußballtrainer beim SV Eintracht 1991 Theißen e.V., kennt somit eigentlich alle im Ort, die etwas mit Fußball am Hut hatten oder haben.

Aber auch alle anderen sind ihm nicht unbekannt, denn gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Heimatvereins Theißen e.V. holte er 1986 nicht nur den Weihnachtsmarkt zurück nach Theißen, sondern übernahm – und das bis heute –auch gleich eine ganz besondere Rolle: die des Weihnachtsmannes.

Doch er ist weit mehr als Weihnachtsmann und Fußballtrainer. Er kennt die Vereine, ihre Sorgen und Nöte – und weiß, wie wichtig sie für das Miteinander im Ort sind. Deshalb sammelt er Jahr für Jahr Spenden und unterstützt damit die Vereinsarbeit. Sein Engagement trägt dazu bei, dass Vereinsfeste stattfinden und Gemeinschaft gelebt werden kann. Mit mittlerweile 76 Jahren könnte Günter Timmler zwar auch kürzertreten, doch lieber begleitet er ältere Menschen beim Einkaufen und hilft dort, wo Unterstützung gebraucht wird.

Autor: Lars Werner, Pressesprecher, 01.09.2026 
Quelle: Stadt Zeitz