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103 Jahre danach - Oberbürgermeister Christian Thieme gedenkt den Opfern des Bergarbeitermarsches

Pressemitteilung der Stadt Zeitz vom 13.08.2026

Am heutigen 13. August 2026 jähren sich die Ereignisse des Bergarbeitermarsches von Theißen nach Zeitz zum 103. Mal. Oberbürgermeister Christian Thieme legte im Gedenken an die Opfer und alle Beteiligten ein Gesteck am Gedenkstein an der Zeitzer Auebrücke nieder und würdigte die Menschen in einer Schweigeminute.

Die Akteure des ersten Weltkrieges sowie Konzerne und Banken wälzten die Folgen des von Deutschland verursachten Krieges auf die Bevölkerung ab und so kämpfte diese ums Überleben. Der Kampf führte schließlich dazu, dass Arbeiter und Angestellte näher zusammenrückten, sich organisierten und mit Demonstrationen bessere Lebensbedingungen und den Rücktritt des Parlaments forderten. 1923 näherte sich die Nachkriegsrevolution dem Höhepunkt. Die Region rund um Zeitz galt damals als Hotspot, denn hier versammelten sich immer mehr Bergarbeiter, Angestellte und ihre Familien, um den Forderungen Gehör zu verschaffen.

In einer Nacht- und Nebelaktion verhaftete die Schutzpolizei mehrere Demonstranten, was dazu führte, dass mehr als 10.000 Bergarbeiter am Morgen des 13. August 1923 von Theißen in Richtung Zeitz marschierten und die Freilassung der Verhafteten forderten. An der Auebrücke trafen die Bergarbeiter auf die Schutzpolizei, die nach Gesprächen mit den Streikenden den Weg freigab. Doch die Ruhe war nur von kurzer Dauer, denn bereits als die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Wendischen Berg ankamen, wurde an der Auebrücke auf die Demonstranten geschossen. Neun Personen starben sofort, zwei weitere wenige Stunden später und über dreißig Schwerverletzte kämpften nach den Schüssen um ihr Leben. Auf Seiten der Schutzpolizei, die ohne angegriffen zu werden auf die Menge schoss, gab es keine Verletzten. Der Angriff beflügelte die Streikenden, sodass es zum Generalstreik kam, wodurch die Region Zeitz-Weißenfels maßgeblich am Rücktritt des damaligen Reichskanzlers beteiligt war.

„Es ist unsere Verantwortung, den Opfern und ihren Familien mit Respekt zu begegnen, die Erinnerung an die damaligen Ereignisse wachzuhalten und all jener zu gedenken, die ihr Leben verloren haben. Die Menschen, die für ihre Überzeugungen eintraten, dürfen niemals in Vergessenheit geraten. Mit ihren Demonstrationen und ihren Forderungen haben sie damals einen wichtigen Grundstein für unsere heutige Demokratie gelegt.“, so Oberbürgermeister Christian Thieme.

Autor: Frau Hauschild, Pressestelle, 13.08.2026 
Quelle: Stadt Zeitz