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28. Zeitzer Michael vergeben – Preisträger sind „ELMA-ZEITZ Elektro Maschinenbau GmbH“ und „Holzhäuptling – Nur der harte Kern“

Pressemitteilung der Stadt Zeitz vom 29.01.2026

Um dem Mut zur eigenen Existenzgründung Anerkennung zu verleihen und um Unternehmen zu würdigen, die unsere Region oftmals bereits seit Jahrzehnten erfolgreich mitgestalten, verleiht der „Pakt für Arbeit“ seit 1998 jährlich den „Zeitzer Michael“.

Mit der Preisvergabe am Donnerstag, den 29. Januar 2026 feiert der Unternehmenspreis seinen mittlerweile 28. Geburtstag, was beweist, dass es vor Ort seit Jahrzehnten zahlreiche mutige Unternehmerinnen und Unternehmer gibt und der „Zeitzer Michael“ und die dahinterstehende Beschäftigungsinitiative „Pakt für Arbeit“ zum dauerhaften Förderer, Berater und Begleiter des wirtschaftlichen Geschehens der Region geworden ist.

Ob Existenzgründung oder etabliertes Unternehmen – die Region benötigt beides, weshalb der „Zeitzer Michael“ im Jahr 2024 eine Restrukturierung erhielt. Seitdem werden zwei Preise, der „Zeitzer Unternehmerpreis“ und der „Zeitzer Gründerpreis“, vom „Pakt für Arbeit“ verliehen. Der Unternehmerpreis würdigt dabei nicht nur den wirtschaftlichen Erfolg eines etablierten Unternehmens, vielmehr rückt er das gesellschaftliche Engagement innerhalb und außerhalb des Unternehmens in den Vordergrund. Mit dem Gründerpreis werden all diejenigen unterstützt, die damals wie heute mit ihrer Existenzgründung den Sprung ins kalte Wasser wagen.

Pünktlich um 18 Uhr eröffnete Künstlerin „Frau Elfi“ (Elfi Aldinger) die Verleihung des 28. Zeitzer Michaels im Capitol der Stadt Zeitz musikalisch, bevor Moderatorin Susann Böttcher das Mikrofon übernahm, um wie bereits in den vergangenen Jahren durch die Veranstaltung zu führen. Nach Musik und Begrüßung übernahm Oberbürgermeister Christian Thieme das Wort und ging in seiner Begrüßungsrede auf die Verdienste des „Pakt für Arbeit“, die Strahlkraft des Preises und die Wichtigkeit, Unternehmerinnen und Unternehmer für Ihr Handeln auszuzeichnen, ein.

Egal ob bereits langjährig etabliertes oder sozusagen frisch aus dem Boden gestampftes Unternehmen, Sie sind der Motor unserer Region. Die Wirtschaft entwickelt sich durch das Engagement der Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich auf den Wandel einlassen, an sich und Ihre Ideen glauben, sich aktiv der Transformation stellen und mit Investitionen für Wachstum und zukunftssichere Arbeitsplätze sorgen. Unerwähnt lassen möchte ich dabei nicht, dass der Fortschritt in einer Stadt und der Region niemals das Verdienst eines Einzelnen sein kann, sondern dieser das Ergebnis des Engagements Vieler ist, die an die Sache und das, was das Unternehmen verkörpert, glauben. Sie sehen, der „Zeitzer Michael“ ist ein besonderer Preis und auch die Würdigung und somit unsere heutige Festveranstaltung sind einzigartig. Und auch wenn ich es bereits mehrfach erwähnt habe, möchte ich nochmals betonen: Zeitz und die Region bewegen sich durch kleinere und größere Investitionen und Sie, liebe Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Existenzgründerinnen und Existenzgründer, sind Motor für diese Entwicklung, wofür ich Ihnen nochmals meinen Dank aussprechen möchte,

so die Worte von Christian Thieme.

Auch der am Mittwoch frisch gewählte und somit neue Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, meldete sich mit einem Grußwort an die Gäste der Veranstaltung:

Sachsen-Anhalt lebt von Menschen, die mehr sehen als den Status quo – von Menschen, die Ideen haben, Verantwortung übernehmen und den Mut besitzen, ihren eigenen Weg zu gehen. Genau diesen Menschen ist der Unternehmerpreis „Zeitzer Michael“ gewidmet. Seit vielen Jahren ehrt er außergewöhnliche Gründerinnen und Gründer sowie herausragende Unternehmerpersönlichkeiten und macht ihren Einsatz, ihre Tatkraft und ihren Gestaltungswillen sichtbar. Der „Zeitzer Michael“ ist weit mehr als eine Auszeichnung. Er steht für den Glauben an eigene Ideen, für das Wagnis, Verantwortung zu übernehmen, und für den unbedingten Willen, aus Visionen Wirklichkeit zu machen. Gerade in Zeiten tiefgreifender Veränderungen brauchen wir Menschen, die nicht zögern, sondern anpacken, die Chancen erkennen, wo andere nur Risiken sehen, und die bereit sind, für ihren Traum vom eigenen Unternehmen einzustehen.

Mit Dr. Jörg Schröter betrat nun der erste Laudator des Abends die Bühne und alle lauschten gespannt den Worten des Vorsitzenden des „Pakt für Arbeit“ und Geschäftsführer Personal/Arbeitsdirektor der MIBRAG GmbH. In seinen lobenden Worten gab er schließlich den Gewinner des Gründerpreises bekannt, welchen Benjamin Balogh und seine Firma „Holzhäuptling – Nur der harte Kern“ erhielt.

Zeitzer Gründerpreis 2026 - „Holzhäuptling – Nur der harte Kern“

„Benjamin Balogh, Gründer von „Holzhäuptling – Nur der harte Kern“, hat den sicheren Rahmen eines Angestelltenverhältnisses verlassen, um etwas Eigenes aufzubauen. Nicht aus Leichtsinn, sondern aus Überzeugung. Holz ist ein besonderer Werkstoff. Es wächst langsam. Es braucht Zeit, um Festigkeit zu entwickeln. Wird es zu schnell belastet oder falsch behandelt, entstehen Spannungsrisse. Wer mit Holz arbeitet, weiß: Dauerhafte Qualität entsteht nicht durch Eile, sondern durch Erfahrung, Sorgfalt und Respekt vor dem Material. Diese Haltung spiegelt sich auch im unternehmerischen Weg von Benjamin Balogh wider. Er hat sein handwerkliches Können stetig entwickelt, die Meisterprüfung abgelegt und sich Schritt für Schritt auf die Selbstständigkeit vorbereitet, die in einer Zeit erfolgte, in der die Rahmenbedingungen alles andere als einfach waren: steigende Rohstoffpreise, wirtschaftliche Unsicherheiten und eine Region, in der das verfügbare Haushaltseinkommen begrenzt ist. Dennoch entschied er sich bewusst für hochwertige, individuelle und damit exklusive Holzarbeiten. Für Produkte, die nicht auf schnellen Konsum ausgelegt sind, sondern auf Beständigkeit, Gestaltung und Wertigkeit.

„Holzhäuptling – Nur der harte Kern“ steht genau für diese Haltung. Das Unternehmen vereint klassische Bautischlerei, konstruktive Holzbauten, Garten- und Außenanlagen sowie künstlerische und dekorative Holzarbeiten. Jedes Projekt ist individuell, jedes Stück Holz wird in seiner Eigenart berücksichtigt. Nicht Masse, sondern Qualität ist der Maßstab. Wie Holz braucht auch ein Unternehmen Zeit, um zu wachsen. Zu schnelles Wachstum kann instabil machen. Nachhaltiges Wachstum hingegen schafft Substanz. Benjamin Balogh hat diesen Weg gewählt: kontrolliert, verantwortungsvoll und mit einem klaren Anspruch an sich selbst und seine Arbeit. Mit seiner Gründung zeigt er, dass Unternehmertum auch unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen möglich ist – wenn Fachkompetenz, Mut und eine klare Haltung zusammenkommen. Er steht für ein Handwerk, das regional verwurzelt ist und zugleich zukunftsfähig bleibt.

Der Gründerpreis würdigt genau diesen Gründergeist: den Mut, Unsicherheit anzunehmen, Verantwortung zu tragen und mit Bedacht zu wachsen. Benjamin Balogh hat bewiesen, dass Stabilität – wie beim Holz – aus Geduld, Erfahrung und dem festen Kern entsteht“.

Nach Übergabe des mit 1000 Euro dotierten Preises, verbunden mit großer Freude über die Verleihung und ein paar kurzen Worten des Preisträgers, ging es an diesem Abend mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wirtschaft im Wandel – gemeinsam gestalten“ weiter. Hier sprach Moderator Dr. Hilmar Preuß (Projekt Revierwende, DGB) zusammen mit Oberbürgermeister Christian Thieme, Marco Langhoff (Präsident AG-Verbände LSA) und Matthias Lindig (Aufsichtsrat MIBRAG) über notwendige Impulse und Stärken der Region im Strukturwandel sowie die Möglichkeiten für zukunftssichere Arbeitsplätze in Zeitz und die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

Mit großer Spannung wurde nun die Vergabe des „Unternehmerpreises Zeitzer Michael“ erwartet. Laudator Christoph Jahr, der Leiter der Weizenstärkefabrik Zeitz der Südzucker AG lobte die ELMA-ZEITZ Elektro Maschinenbau GmbH als diesjährigen Preisträger für das Engagement und die 1935 begonnene und 1990 neu gestartete Tradition sowie die bis heute anhaltende Beständigkeit, welche von Innovation, Teamarbeit und dem Streben nach höchster Qualität geprägt ist.

Unternehmerpreis Zeitzer Michael 2026 - „ELMA-ZEITZ Elektro Maschinenbau GmbH“

„Der „Zeitzer Michael“ ist mehr als eine Trophäe. Er ist ein Signal. Er würdigt Unternehmen, die Verantwortung übernehmen – für Menschen, für Arbeit und für die Zukunft unserer Region. Wir befinden uns in einer Zeit, in der die wirtschaftliche Lage in Deutschland angespannt ist. Die industrielle Wertschöpfung steht durch hohe Energiepreise, Fachkräftemangel und weltpolitische Unsicherheiten unter Druck und fordert Unternehmen täglich heraus. Hier bei uns in Sachsen-Anhalt spüren wir zudem die Wucht des Strukturwandels durch den Kohleausstieg. In solchen Phasen zeigt sich, wer gestaltet. Ein Unternehmen, das seit Jahrzehnten beweist, wie man Umbrüche in Aufbrüche verwandelt, ist die ELMA-ZEITZ Elektro Maschinenbau GmbH.

Wenn wir über Beständigkeit sprechen, sprechen wir bei ELMA über 90 Jahre Tradition und 35 Jahre erfolgreiches Unternehmertum im neuen System. Seit 1935 steht der Name für Elektromaschinenbau in Zeitz. Unter der Leitung von Dipl.-Ing. Klaus Hempel und einer starken Betriebsleitung hat das Team bewiesen, dass Durchhaltevermögen in einer Region, die von Deindustrialisierung, Perspektivlosigkeit, Arbeitslosigkeit und letztendlich vom Wegzug der jungen Fachkräfte betroffen war, keine Selbstverständlichkeit ist, sondern eine Leistung.

ELMA ist ein hochspezialisierter Anker unserer industriellen Basis. Ob Reparatur, Wartung oder Instandsetzung – hier wird an Motoren gearbeitet, die bis zu 10 Tonnen wiegen. Mit einer enormen Fertigungstiefe und modernster Prüftechnik verbindet das Unternehmen handwerkliche Tradition mit Hochtechnologie. Doch ELMA ist auch ein Vorreiter der Nachhaltigkeit, lange bevor dieses Wort in aller Munde war. Instandsetzung statt Wegwerfen, Lebenszyklen verlängern statt blind neu zu kaufen – das ist gelebter Strukturwandel. Es ist ökologisch klug und wirtschaftlich effizient.

Hinter diesen Zahlen und Maschinen stehen Menschen. 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden dabei das Herzstück. In einer Region mit demografischen Herausforderungen schafft ELMA Perspektiven: Als Ausbildungsbetrieb sichert das Unternehmen Wissen, gibt es an die folgenden Generationen weiter und stellt mit der Ausbildung der Fachkräfte auch den zukünftigen Betrieb des Unternehmens sicher. Die ELMA-ZEITZ wurde also aus gutem Grund nominiert: Für langjährigen Erfolg am Standort Zeitz, für die Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. für eine Unternehmenskultur, die Qualität, Präzision und den Blick für den Menschen vereint. Industrie hat Zukunft, wenn sie von Menschen geführt wird, die Mut und Kompetenz besitzen. Der „Zeitzer Michael 2026“ geht an ein Unternehmen, das die Vergangenheit bewahrt, die Gegenwart gestaltet und die Zukunft unserer Region erst möglich macht. Herzlichen Glückwunsch an die ELMA-ZEITZ Elektro Maschinenbau GmbH!“

Den mit 2000 Euro dotierten Preis nahm das Unternehmen freudestrahlend entgegen und bedankte sich für die Nominierung und letztendlich den Gewinn des „Zeitzer Michael“ 2026.

Der Unternehmerpreis „Zeitzer Michael“ ist mit 2.000 Euro dotiert und der Zeitzer Gründerpreis mit 1.000 Euro. Zudem sponserte die Sparkasse Burgenlandkreis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Unternehmen auch in diesem Jahr BLK Einkaufsgutscheine, der Globus Theißen gratulierte den Firmen mit Warengutscheinen, das Wein- und Sektgut Triebe spendierte in gewohnter Form ein paar edle Tropfen zum späteren Anstoßen und Feiern und auch Künstler Roland Lindner ließ es sich erfreulicherweise nicht nehmen, auch in diesem Jahr wieder ein von ihm entworfenes und angefertigtes Kunstwerk für den Unternehmenspreisgewinner beizusteuern.

Autor: Lars Werner, Pressestelle, 29.01.2026 
Quelle: Stadt zeitz