50 Jahre danach - Zeitzeugen gegen das Vergessen für Oskar Brüsewitz Ausstellung gesucht
Am 18. August 1976 zündete sich der evangelische Pfarrer Oskar Brüsewitz vor der Michaeliskirche in Zeitz an. Mit Transparent und Funksprüchen hatte er zuvor gegen die Bildungs- und Kirchenpolitik sowie das damalige SED Regime in der DDR protestiert. Die Aktion dauerte nur kurz, denn schnell wurden die Plakate von Mitarbeitern der Staatssicherheit weggerissen und der schwer verletzte Brüsewitz anschließend abtransportiert. Am 22. August 1976 erlag er den Verbrennungen im Bezirkskrankenhaus Halle-Dölau, ohne dass ihn seine Familie besuchen durfte. Die DDR stellte die Selbstverbrennung als Tat eines krankhaft veranlagten Menschen hin. Brüsewitz selbst teilte in einem Abschiedsbrief mit, dass dies kein Selbstmord, sondern eine politische Aktion gewesen sei.
Zum 50. Todestag von Oskar Brüsewitz bereitet das Museum Schloss Moritzburg Zeitz mit Unterstützung des Stadtarchivs Zeitz eine wissenschaftlich fundierte Ausstellung vor, die ab dem 25. April 2026 im Balkensaal des Museums zu sehen sein wird. Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Sicherung persönlicher Erinnerungen als historische Quellen. Gesucht werden deshalb Menschen, die Oskar Brüsewitz persönlich kannten oder die die Ereignisse und Reaktionen seiner Zeit miterlebt haben – im kirchlichen, beruflichen oder privaten Umfeld.
Die Erinnerungen sollen in Form von Interviews dokumentiert werden. Die Teilnahme ist freiwillig und erfolgt unter Einhaltung aller rechtlichen, archivischen und persönlichkeitsrechtlichen Vorgaben. Nutzungsrechte und der Schutz der Aussagen werden transparent geregelt. Interessierte Zeitzeuginnen und Zeitzeugen oder Angehörige können sich vertrauensvoll an das Museum Schloss Moritzburg Zeitz oder an das Stadtarchiv Zeitz wenden. Wir würden uns freuen, wenn Sie mit ihrem Wissen eine authentische Brücke zur Vergangenheit und den damaligen Geschehnissen schlagen können, um die Geschichte auch für heutige Generationen greifbar zu machen und um das Andenken an Oskar Brüsewitz auch 50 Jahre danach nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Deshalb bitten wir Sie, als Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, sich im Museum Schloss Moritzburg Zeitz per Telefon unter 03441 212546 oder per Mail unter moritzburg@stadt-zeitz.de bei Museumsmitarbeiterin Silke Frömter bis 27. Februar 2026 zu melden.
Quelle: Stadt zeitz