Das wünschen sich Zeitzer zur ZEKIWA-Geländeneunutzung - Reallabor ZEKIWA Zeitz stellt Ergebnisse der ersten Bürgerbefragung vor
Das Reallabor ZEKIWA Zeitz (RZZ) hat die Ergebnisse einer ersten Bürgerbefragung zur Zukunft des ehemaligen ZEKIWA-Geländes veröffentlicht. Ziel des Projekts ist es, das traditionsreiche Areal unter dem Thema „Kreislaufwirtschaft“ zu einem lebendigen Ort zu entwickeln.
Zur Einholung eines Stimmungsbildes führte die Stiftung Bauhaus Dessau, als einer der Projektpartner, im Auftrag des RZZ an verschiedenen Orten Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern – unter anderem auf dem Wochenmarkt und beim Zuckerfest. Trotz insgesamt zurückhaltender Teilnahmebereitschaft konnten 212 verwertbare Fragebögen erhoben werden. Beantwortet wurden diese zu einem Großteil von den Bürgerinnen und Bürgern und somit der Zivilgesellschaft der Stadt. Zudem beteiligten sich auch einige Stadträte sowie Mitarbeitende der Verwaltung an der Beantwortung der ausgegebenen Fragebögen.
Hohe Bekanntheit und überwiegend neutrale Bewertung
Laut Befragung kennen 89 Prozent der Teilnehmenden das ZEKIWA-Gelände. Rund zehn Prozent verbinden mit dem Standort persönliche Erinnerungen an die frühere Kinderwagenproduktion – Zitate wie „Arbeitsstelle meiner Mutter, Tante und Oma“ und „ich habe Ferienarbeit am Fließband gemacht“ gehören zu Beispielen dafür. Lediglich neun Prozent betonten bis heute die Bedeutung des Areals als identitätsstiftendes Zeugnis Zeitzer Industriegeschichte.
Klarer Wunsch nach Aktivität und Gemeinschaft
Eine deutliche Mehrheit von 81 Prozent wünscht sich eine lebendige, aktive Nutzung für die Stadt Zeitz. 57 Prozent sprechen sich zugleich für naturnahe Qualitäten aus. Bei konkreten Ideen zeigt sich ein heterogenes Bild. 16 % stimmten mit Ideen wie „Ausstellungen“ für eine kulturelle Belebung, weitere 12 % sprachen sich für Angebote für Kinder und Jugendliche aus, wie z. B. „Disko“ oder „Spiele-Café“. Bildungs- und wirtschaftsbezogene Nutzungen wurden jeweils von nur 8 % genannt. Den größten Anteil mit 30 % formulierte den Wunsch nach Angeboten für mehr „Gemeinschaft“, z.B. mit Äußerungen wie „Treffpunkt für alle Generationen“, „Schaffung von Orten für Begegnung“ oder „etwas zum Zusammenkommen“. Den wenigsten Zuspruch mit nur 6% erhielt „Ruhe, Natur und Erholung“. Generell taten sich viele Bürgerinnen und Bürger mit der Frage schwer, weil bereits alles in Zeitz vorhanden zu sein scheint; ein Zitat bringt es auf den Punkt: „Schwierige Frage … wir haben eigentlich alles da“. Im Vergleich der Akteursgruppen zeigen sich unterschiedliche Herangehensweisen beim Engagement für die Jugend: Die Zivilgesellschaft setzt eher auf weitere Freizeitangebote, während der Stadtrat mehrheitlich Maßnahmen wie Schaffung von Ausbildungsstätten favorisiert, um Jugendlichen eine Zukunft in Zeitz geben zu können.
Nutzungsschwerpunkte im Bereich Kreislaufwirtschaft
Zum Thema Kreislaufwirtschaft erhielt das Thema Regenwassermanagement mit 54% den größten Zuspruch, das Thema Wasserknappheit scheint bis in die Breite der Gesellschaft hinein verankert zu sein. Auf Platz zwei kam mit 51 % die Ansiedlung eines Forschungs- und Bildungsinstituts, im Stadtrat sogar mit einer klaren Mehrheit von 71 %. Dies spiegelt einerseits das Bedürfnis wider, etwas für die Jugend zu tun, andererseits verspricht man sich davon Arbeitsplätze, eine Verlebendigung der Gesamtstadt und den Anschluss an zukunftsfähige Themen. Unterschiedlich bewerten die Akteursgruppen energetische Themen: Ein Drittel der Zivilgesellschaft spricht sich bevorzugt für ein Niedrigenergie-Wohnquartier aus, während Verwaltung (48 Prozent) und Stadtrat (55 Prozent) Energieerzeugung und -speicherung favorisieren. Die Einsparung von Energiekosten scheint ein vorrangiges Ziel der Stadt Zeitz zu sein. Für einen Schaugarten konnten sich die wenigsten begeistern.
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© RZZ/Stadt Zeitz
Die Kreislaufwirtschaft ist ein Modell, bei dem bestehende Materialien und Produkte so lange wie möglich geteilt, geleast, wiederverwendet, repariert, aufgearbeitet und recycelt werden. Auf diese Weise wird der Lebenszyklus der Produkte verlängert und Abfälle werden auf ein Minimum reduziert. Auch dieses Thema spielte in der Umfrage eine Rolle und so wurde unter anderem gefragt: Welche Nutzung würde zum Thema Kreislaufwirtschaft den Bürgerinnen und Bürgern am meisten zugutekommen? Wobei es die in der Grafik ersichtlichen Antworten gab.
Ergebnisse fließen in Planung ein
Die Befragungsergebnisse werden in die in diesem Jahr startenden Planungsverfahren einfließen. Weiterhin sind zahlreiche weitere Beteiligungsformate und Veranstaltungen auf dem Gelände und im ZEKIWA-Gebäude geplant.
Quelle: Stadt zeitz