Gemach der Herzogin Maria Amalia nach umfangreicher Sanierung im Schloss Moritzburg Zeitz wiedereröffnet
Maria Amalia von Brandenburg war eine Prinzessin und Markgräfin aus dem Hause Hohenzollern und wurde durch ihre Hochzeit mit Herzog Moritz Wilhelm von Sachsen-Zeitz zur Herzogin des kursächsischen Sekundogenitur-Fürstentums Sachsen-Zeitz. Als Gemahlin des Herzogs machte sie sich insbesondere um den Ausbau des Schlossparkes verdient, förderte Kirchbauten, tat sich als fürstliche Bauherrin hervor und ließ einen Lustgarten mit Orangerie nach niederländischem Vorbild anlegen.
Im Schloss Moritzburg Zeitz, in dem Maria Amalia bis 1718 lebte, ist das Gemach der Herzogin durch eine reiche, dreidimensional ausgeführte Stuckdecke sowie einen ebenfalls reich mit Stuck verzierten offenen Kamin geschmückt. Das ihr gewidmete Gemach zählt dabei zu den herausragenden Raumkunstwerken des dreiflügeligen Schlossensembles. Die reich ausgeführte Stuckdecke sowie der kunstvoll gestaltete Kamin zeugen von dem spätbarocken Zeitgeist, dessen ursprüngliche Wirkung über Jahrhunderte durch spätere Überfassungen gemindert war. Hinzu kam, dass der Stuck Fehlstellen und Beschädigungen aufwies. So verbargen die überwiegend graue Raumfassung und Farbgebung sowie der Staub, den ehemaligen Glanz des Gemaches der Herzogin fast vollständig.
Auf Grundlage restauratorischer Untersuchungen und in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA) beantragte man deshalb 2023 in einem ersten Schritt, hin zur Wiederherstellung und Sanierung, Förderungen zur Umsetzung der Maßnahme. Somit erhielt der Raum in den vergangenen rund eineinhalb Jahren nun weitgehend seine spätbarocke Farbigkeit und Ausdruckskraft wieder.
Die vollumfängliche Restaurierung konnte durch eine auf drei Säulen gestellte Förderung umgesetzt werden. So kann ich stolz verkünden, dass die Restaurierungsarbeiten, welche mit 179.000 Euro zu Buche schlugen, zu 100% gefördert worden sind. Ich möchte daher an dieser Stelle dem Landesverwaltungsamt, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, der Sparkasse Burgenlandkreis sowie dem Burgenlandkreis für ihre finanzielle Unterstützung danken,
so Oberbürgermeister Christian Thieme bei der feierlichen Wiedereröffnung.
Dr. Lena Blessing zeigte sich ebenfalls begeistert vom Ergebnis der Restauration und erklärte für die Geschäftsführung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung bei der Eröffnung:
Die Restaurierung des Gemachs ist kein musealer Selbstzweck, sondern ermöglicht einen lebendigen Blick auf die Geschichte und Kultur des Barockzeitalters. Die kulturelle Identität einer Region zu stärken, indem wir ihre Geschichte erfahrbar machen, zieht sich durch viele unserer Förderprojekte.
Am Sonntag, den 18. Januar wurde der Raum im Beisein von Oberbürgermeister Christian Thieme, Götz Ulrich dem Landrat des Burgenlandkreises, Dr. Lena Blessing der Leiterin Team Stiftungsangelegenheiten der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, Mario Kerner dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Burgenlandkreis, dem Restaurator Markus Schulz und Maria Fischer der Sachgebietsleiterin Kultur und Tourismus der Stadt Zeitz, feierlich wiedereröffnet.
Im Festsaal des Schlosses Moritzburg Zeitz eröffnete das Ensemble „Hamburger Ratsmusik“ die Feierstunde mit ausgewählten Musikstücken. Anschließend begrüßte der Zeitzer Oberbürgermeister die Gäste, bevor der Restaurator seine Arbeit vorstellte und das Wort an Götz Ulrich, Dr. Lena Blessing und Mario Kerner als Fördermittelgeber übergab. Doch bevor sich die Gäste beim Empfang endlich ein Bild vom restaurierten Gemach der Herzogin Maria Amalia machen und dieses besichtigen konnten, wurde im feierlichen Ambiente zugleich ein weiteres Zeichen kultureller Wertschätzung gesetzt.
Anlässlich ihres Ausscheidens und in Würdigung der langjährigen Zusammenarbeit überreichte Dr. Christina Siegfried-Werner, ehemalige Geschäftsführerin der Mitteldeutschen Barockmusik und Intendantin des Heinrich-Schütz-Musikfestes, dem Museum Schloss Moritzburg Zeitz die Porträtbüste des Komponisten Heinrich Schütz von Anna Franziska Schwarzbach als Geschenk. Dankend nahmen Oberbürgermeister Christian Thieme und Maria Fischer, die Sachgebietsleiterin des Bereiches Kultur und Tourismus, die Büste als große Geste entgegen.
Eine großartige Geste von Frau Dr. Siegfried-Werner über die wir uns sehr freuen. Wir werden ihre Expertise und ihr Fachwissen vermissen, aber ich bin mir sicher, dass Sie so oder so nicht plötzlich von der Bildfläche verschwindet, sondern uns zumindest als Gast der Stadt Zeitz erhalten bleiben wird. Wir danken und wünschen ihr bei allem was Sie sich jetzt vorgenommen hat viel Erfolg, viel Gesundheit und viel Glück. Neben der einmaligen Büste freuen wir uns natürlich über die Fertigstellung des Gemachs der Herzogin Maria Amalia und danken der Ostdeutschen Sparkassenstiftung sowie der Sparkasse Burgenlandkreis für diese Unterstützung. Der Raum erstrahlt sozusagen in alter Pracht und mit der Fertigstellung des einstigen Gemachs wird die barocke Residenzkultur deutlich und gewährt den Besuchern einen Einblick in den Alltag der Herzogin Maria Amalia,
zeigt sich Oberbürgermeister Christian Thieme begeistert.
Wir haben die Restaurierung begleitet und durch die gute Zusammenarbeit, das Hand-in-Hand-Arbeiten ist es uns gelungen im vorgegebenen zeitlichen Rahmen sowie vorgegebener Förderquote dieses Schmuckstück der Öffentlichkeit nun präsentieren zu können. Zudem möchte auch ich mich bei Frau Dr. Siegfried-Werner für das großartige Geschenk Bedanken. Die Büste wird künftig im Schloss Moritzburg einen würdigen Platz finden – nicht als stilles Objekt, sondern als sprechendes Zeichen der Geschichte, der Musik und der Verbundenheit. Für uns in Zeitz bleibt das Heinrich Schütz Musikfest mit dem Namen Siegfried-Werner verbunden und deshalb verabschieden wir sie aus ihren Ämtern in den Ruhestand doch nicht aus unserem kulturellen Gedächtnis
so Maria Fischer, die Leiterin des Sachgebietes Kultur und Tourismus der Stadt Zeitz.
Das frisch sanierte Gemach kann ab sofort während der Öffnungszeiten des Museum Schloss Moritzburg Zeitz besichtigt werden.
Quelle: Stadt zeitz