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Heizhaus und Heinzelmann der Brikettfabrik Herrmannschacht können dank Förderung saniert werden

Pressemitteilung der Stadt Zeitz vom 18.06.2026

Die Brikettfabrik Herrmannschacht in Zeitz, errichtet in den 1870er und 1880er Jahren zunächst als Nasspressstein-Fabrik und wenig später als eigentliche Brikettfabrik, diente in den Anfangsjahren vor allem der Energiezufuhr für die bereits bestehende Zeitzer Zuckerfabrik. Richard Herrmann kaufte nahegelegene Kohlefelder, ließ Kohle abbauen und transportierte sie per Seilbahn direkt in die Fabrik. Die Veredelung der Kohle zu Briketts erhöhte ihren Energiewert. Die Brikettfabrik Herrmannschacht, 1959 stillgelegt und zwei Jahre später unter Denkmalschutz gestellt, gehört heute zu den ältesten erhaltenen Brikettfabriken der ersten Generation.

Seit 1994 engagieren sich der Mitteldeutsche Umwelt- und Technikpark e.V. (MUT) und die Stadt Zeitz, den Herrmannschacht, aufgrund der industriegeschichtlichen Bedeutung zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das in die Jahre gekommene Areal, muss zum weiteren Erhalt jedoch dringend saniert werden und deshalb stellte die Stadt Zeitz im Förderprogramm „Förderung zum Erhalt und zur Umgestaltung herausragender Industriegebäude und - anlagen zu lebendigen Kulturdenkmälern in den Gebieten nach § 2 des Investitionsgesetzes Kohleregionen (InKult)“, einen Antrag zur Sanierung des Heizhauses und des Heinzelmannes der Brikettfabrik Herrmannschacht Zeitz. Im Antrag wurden die Baukosten mit rund 959.000 Euro ermittelt. Die Sanierung des Heizhauses umfasst die Ertüchtigung der Fundamente, der Wände, der Decken, der Wand- und Deckenbekleidungen, der Außentüren und Fenster sowie des Daches. Beim Heinzelmann umfassen die geplanten Arbeiten die Ertüchtigung der Punktfundamente, der Stahlkonstruktion, der Wände und Decken und des Daches. Bei beiden Gebäudeteilen werden zudem die elektrischen Anlagen erneuert.

Mitte Juni erhielt die Stadt Zeitz den Fördermittelbescheid aus dem Programm „InKult“. Bund und Land fördern die Baumaßnahme mit insgesamt 95% der Baukosten (Bund 90%, Land Sachsen-Anhalt 5%). Die restliche Summe wird aus dem städtischen Haushalt finanziert.

Die Brikettfabrik ist die besondere Plattform der Industriekultur im südlichen Sachsen-Anhalt und heute gleichsam ein einzigartiges Relikt regionaler Bergbaugeschichte. Die Gestaltung des Areals Herrmannschacht zeigt und erklärt das Wesen der komplexen Braunkohlegeschichte in Mitteldeutschland. Wir müssen dieses kulturelle Erbe erhalten und deshalb sind wir glücklich darüber, dass die Förderung jetzt möglich ist und wir umgehend mit der Sanierung beginnen können. Ich beglückwünsche Maria Fischer und ihr Team und danke für die großartige Arbeit, die hinter einem solchen Fördermittelantragsverfahren steckt,

so Oberbürgermeister Christian Thieme.

Uns fällt ein Stein vom Herzen und wir sind natürlich froh, dass der Antrag bewilligt wurde und wir die dringenden Arbeiten am Herrmannschacht jetzt umsetzen können. Damit erhalten wir Geschichte am Leben und machen diese für alle wieder lebendig. Wenn alles läuft wie geplant, können wir jetzt mit der Umsetzung des Stadtratsbeschlusses aus 2025 beginnen und hoffen, dass die Bauarbeiten im Dezember 2027 abgeschlossen werden können,

erklärt Maria Fischer, die Sachgebietsleiterin Kultur und Tourismus der Stadt Zeitz und zuständig für die Fördermittel zur Sanierung des Herrmannschacht,

Diese Maßnahme erfolgt unabhängig von der ursprünglich aus Braunkohlestrukturwandelmitteln geplanten umfassenden Sanierung des Hermannschachts, die aus Kostengründen vorerst zurückgestellt ist.

Autor: Lars Werner, Pressesprecher, 18.06.2026 
Quelle: Stadt Zeitz