Ihre Stimme überzeugt - Roksolana Pelekhata ist Hauptpreisträgerin der Arthur-Wolfsohn-Ehrung 2026
Wir alle haben Wünsche und Träume und nichts sollte uns daran hindern diese auch umzusetzen. Doch es gibt Umstände, welche dies verhindern, so dass das Erträumte in weite Ferne rückt oder schlimmstenfalls ganz platzt, so wie bei Arthur Wolfsohn. Der Unternehmer jüdischer Abstammung hatte Träume, doch er konnte sich diese nicht mehr erfüllen, denn er wurde im Oktober 1944 in Auschwitz ermordet. Für ihn sowie für Millionen andere Menschen kam die Befreiung des Konzentrationslagers und das Ende des zweiten Weltkrieges zu spät.
Heute können sich junge Menschen bei uns frei entfalten und ihre Träume wahr werden lassen, ohne Angst haben zu müssen, dass sie wegen ihrer Meinung, ihrer Kunst oder aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Lebenswandels, inhaftiert, gefoltert oder ermordet werden. Für die Mutigen und Abenteuerlustigen bietet Zeitz viel Platz, um Träume wahr werden zu lassen. Und so hat sich die Stadt Zeitz mit seinen Freiräumen und viel Platz für Innovation, Kreativität, Freiheit, Schönheit und gesellschaftspolitische Kritik, welche Kunst und Kultur bieten, in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Zusammengesetzt aus neu angesiedelten und bereits in Zeitz etablierten Künstlerinnen und Künstlern, konnte sich so eine äußerst kreative Szene entwickeln, die das kulturelle Leben und die Identität der Stadt sowie ihrer Einwohner bereichern.
Menschen können sich hier frei und unabhängig entfalten, wodurch nicht nur neue Ideen geboren oder Angebote und Formate entstehen. Besonders erfreulich ist dabei, dass es viele junge Menschen gibt, die sich seit Kindheitstagen ausprobieren, ihre Talente und Fähigkeiten erkennen, diese nutzen, weiterentwickeln, Freude an der künstlerischen Betätigung haben und sich damit vielleicht auch den einen oder anderen Traum erfüllen. Diese zu unterstützen und deren Begabung, Kreativität und Ausdauer zu fördern war das Anliegen von Herta Wolfsohn.
Durch die von ihr 1997 gegründete Arthur-Wolfsohn-Stiftung erhalten Jugendliche, die in den Kultursparten Musik, Tanz, Theater, Literatur und bildende Kunst besondere Leistungen vollbringen, jährlich eine finanzielle Zuwendung. Bei Errichtung der Stiftung ging es Herta Wolfsohn nicht darum, einen Kunstpreis zu vergeben. Vielmehr war es ihr Traum, junge Menschen zu motivieren, an sich sowie ihre Wünsche und Träume zu glauben, diese zu entdecken, umzusetzen und dabei Kunst und Kultur als Lebensinhalt aufzufassen. Denn auch heute ist es nicht allen Menschen vergönnt, ihren Traum, ihren Wunsch nach Freiheit und Frieden zu erfüllen.
Seitdem wurden 202 Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt und mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt über 94.000 € geehrt. In diesem Jahr kamen 8 Preisträgerinnen und Preisträger, davon 1 im Bereich Bildende Kunst, jeweils 2 in den Bereichen Musik und Theater sowie 3 im Bereich Tanz mit einer Gesamtzuwendungssumme in Höhe von 3.400 € dazu. Die Vergabe der Preise, welche in jedem Jahr am 12. Januar stattfindet, musste jedoch aufgrund von vorhergesagter Schnee- und Eisglätte verschoben werden, so dass die Preisvergabe nun am Montag, den 23. Februar 2026 nachgeholt wurde. Um Punkt 18 Uhr begann die mit Spannung erwartete Preisverleihung. Doch bevor die Preisträgerinnen und Preisträger des Jahres 2026 bekannt gegeben wurden und diese ihr Talent in den Aufführungen unter Beweis stellen konnten, eröffnete Magnus Hahn, Hauptpreisträger des Jahres 2025 die Festveranstaltung mit einem musikalischen Beitrag.
Danach übernahm Oberbürgermeister Christian Thieme die Bühne, begrüßte die Gäste und jungen Talente und würdigte in seiner Rede noch einmal die Bedeutung des Preises und dankte der Stiftung für das jetzt fast drei Jahrzehnte andauernde Engagement.
Für die einen ist die Zukunft beängstigend und für mutige Menschen öffnet sie sich als eine Fülle von Möglichkeiten und Chancen, die es zu ergreifen gilt. Sie haben als junge Künstlerinnen und Künstler die Chance ergriffen, verwirklichen ihre Träume, gestalten ihre Zukunft und bleiben am Ball, auch wenn es auf dem Weg - selbstverständlich - Schwierigkeiten und Rückschläge gibt. Heute sitzen Sie nun hier und können stolz auf das bisher Erreichte sein, positiv auf das Vergangene blicken und sich jetzt auf das gerade begonnene Jahr 2026 freuen. Wie jede andere Stadt und Gemeinde braucht Zeitz Kunst und Kultur für die weitere Entwicklung. Neben etablierten Künstlerinnen und Künstlern ist auch hier der Nachwuchs wichtiger denn je. Talente, haben wir, wichtig ist, diese zu fördern, und ich bin sehr glücklich, dass die Arthur-Wolfsohn-Stiftung sich seit fast 3 Jahrzehnten der Förderung junger Talente widmet. Danken möchte ich an dieser Stelle auch Ihnen liebe Eltern und Großeltern, denn sie sind es, die den künstlerischen Nachwuchs tatkräftig unterstützen und die kulturelle Bildung ermöglichen. Danken möchte ich den Unterstützern der Veranstaltung und auch all denjenigen, die die jungen Talente, egal ob im Ehrenamt oder hauptberuflich ihre Zeit widmen, um ihre Fähigkeiten und Talente zu entdecken, zu formen oder weiter zu entwickeln,
so Oberbürgermeister Christian Thieme der die Moderation an Dr. Stefan Auerswald übergab. Wie bereits in den vergangenen Jahren nutzte dieser seine Zeit um die Talente mit Witz und Charme vorzustellen, würdige diese und übergab gemeinsam mit Oberbürgermeister Christian Thieme die Förderpreise.
Hauptpreisträger des Jahres 2026 ist:
Bereich Musik - Roksolana Pelekhata 19 Jahre, 800 Euro Preisgeld
Nachdem sie mit ihrer Familie auf Grund des russischen Überfalls auf die Ukraine aus ihrer Heimatstadt Ternopil flüchten musste, lebt Roksolana seit März 2022 in Zeitz. Durch ihre ungewöhnliche Lernbereitschaft und ihren beispiellosen Fleiß eignete sich die 19jährige in kürzester Zeit die deutsche Sprache an, die sie in Wort und Schrift sicher beherrscht und nahezu akzentfrei spricht. Seit Sommer 2022 nimmt sie an der Musikschule „Anna Magdalena Bach“ Unterricht im Fach Gesang in der Klasse von Mathias Büttner. Hier bringt sie sich mit ihrer Stimme und Persönlichkeit voll ein und so ist das Singen – egal ob im Bereich Rock- und Pop oder im klassischen Gesang - für Roksolana zur natürlichen Lebensäußerung geworden.
So verwundert es nicht, dass sie den Unterstufenabschluss Gesang in kürzester Zeit mit Note 1 absolvierte. „Die besondere Musizierstunde” 2025, ein Wettbewerb zur Interpretation alter Musik, beendete sie mit einem 1. Preis. Doch damit nicht genug, denn Roksolana ist seit September 2022 Mitglied des Oberstufenchores des GSG und wurde hier unglaublich schnell zu einer unverzichtbaren Größe. Aktuell ist Sie die Stimmführerin im Sopran und besticht sowohl durch ihre stimmlichen Führungsqualitäten im Chorverbund als auch durch ihre solistischen Glanzleistungen bei Einzelbeiträgen. Dabei kennt ihre zauberhafte Stimme keine Grenzen und überzeugt immer mit einer bemerkenswerten Strahlkraft und wohligen Wärme. Dabei erreicht sie spielend auch die höchsten Höhen und hat sich so im wahrsten Sinne des Wortes an die vokale Spitze des Oberstufenchores gesetzt.
Folgerichtig hat sie in den vergangenen drei Jahren eine beachtliche Zahl an nationalen und internationalen Auftritten absolviert. So war sie u.a. im Mai 2024 beim Internationalen Chorwettbewerb „Mundi cantant“ im Rahmen des 51. Festival of Songs in Olmütz (Tschechien) solistisch zu hören und erhielt dort mit dem Oberstufenchor ein Silderdiplom. Im Dezember 2024 nahm sie mit dem Oberstufenchor am Internationalen Chorwettbewerb im Rahmen des 32. Prague Advent & Christmas Choral Festival teil und wurde gemeinsam mit dem Chor erneut mit dem Silberdiplom ausgezeichnet. Auf der Mexiko-Tournee des Chors tat sie sich in mehrfacher Hinsicht hervor: Sie war sowohl souveräne Solistin, als auch auf Grund ihres bestechenden Sprachtalentes - neben der deutschen hat sie auch noch die spanische Sprache in kürzester Zeit gelernt - Moderatorin in Landessprache und folgerichtig gefragte Interview-Partnerin und Autogrammspenderin.
Dabei war sie als eine von wenigen ausgewählten Solistinnen beim Abschlusskonzert des Internationalen Chorfestivals ContraCanto mit hochkarätigen Chören aus Kanada, Mexiko, Tschechien und Deutschland im altehrwürdigen Teatro Ocampo Cuernavaca solistisch zu hören. Im Mai 2026 wird eine Reise des Oberstufenchores in die kanadische Hauptstadt Ottawa stattfinden, auf der Roksolana die wichtigsten Soli übernehmen wird. Dabei wird sie u.a. bei einem Festkonzert in der Residenz der Deutschen Botschaft anlässlich des 75-jährigen Jubiläums der Deutsch-Kanadischen Beziehungen vor ca. 300 z.T. hochrangigen Gästen auftreten. Sie ist mithin zu einem DER Gesichter des Oberstufenchors, ein Vorbild, an dem sich Jüngere orientieren können und eine Kulturbotschafterin für die Region Zeitz geworden. Roksolana Pelekhata ist eine Persönlichkeit die es in kürzester Zeit geschafft hat ihren Platz in unserer Gemeinschaft zu finden und auszufüllen. Ihr Gesang, ihr bescheidenes Auftreten und ihre Leistungen sind einige zwingende Gründe für den Hauptpreis 2026.
Die weiteren Preisträgerinnen und Preisträger des Jahres 2026 sind:
Bereich Theater - Theatergruppe der CJD Christophorusschulen Droyßig, 700 Euro Preisgeld
Zur Theatergruppe der Oberstufe der CJD Christophorusschulen Droyßig gehören dreizehn Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren, die seit mehr als zwei Jahren zusammenarbeiten, Stücke entwickeln, proben und aufführen. Die Jugendlichen widmen sich in ihrer Arbeit aktuellen und historischen Themen, verfassten eigene Stücke und führten sie mit großem Erfolg auf regionalen und überregionalen Bühne auf. Im Schuljahr 2024 / 25 setzte sich die Gruppe mit dem Thema Geschlechtergerechtigkeit auseinander und beschäftigten sich mit Elisabeth Hauptmann, die von 1912 – 1918 an den Droyßiger Anstalten ihre Ausbildung zur Lehrerin absolvierte. Hauptmann war eine der wichtigsten Mitarbeiterinnen Bertolt Brechts und war an zahlreichen Werken Brechts maßgeblich beteiligt. So schätzen Literaturwissenschaftler, dass ihr Anteil an der Dreigroschenoper bei 80% liegt und Sie trotz ihrer großartigen Arbeit heute kaum bekannt ist.
Die Jugendlichen entwickelten aus diesen Recherchen selbstständig ein Theaterstück mit dem Titel „Im Schatten des Rampenlichts - Elisabeth Hauptmann und Bertolt Brecht“. Dabei wurden literarische Texte Hauptmanns und Brechts, deren Briefe und Songs einbezogen und musikalisch dargeboten, so der Song der „Seeräuberjenny“ und die Moritat von „Macky Messer“. Tänzerische Sequenzen versetzen die Zuschauer in das Lebensgefühl der Berliner Boheme der Zwanziger Jahre. Ganz im Stil des epischen Theaters wurden Verfremdungseffekte genutzt, so wurden Hauptmann und Brecht durch unterschiedliche Darstellerinnen und Darsteller verkörpert. In dem 50-minütigen Stück werden dabei drei Zeitebenen aufgezeigt.
In der ersten erleben die Zuschauer den ersten Schultag der 15-jährigen Elisabeth Hauptmann in den Droyßiger Anstalten. Der zweite Block widmet sich den zwanziger Jahren in Berlin. Dargestellt werden das Flair dieser Zeit, das auch durch ausschweifende Partys geprägt war, sowie die beginnende Zusammenarbeit zwischen Brecht und Hauptmann. Der letzte Abschnitt stellt das Geschehen im Jahr 1933 dar. Hier werden Brechts Leben im Exil und das Schicksal Hauptmanns, die vorerst in Deutschland bleibt, um das gemeinsame Werk zu sichern, schließlich aber durch die Gestapo verhaftet wird, gegenübergestellt. Die Szenen wurden dabei durch kurze Zwischentexte, die aus der Perspektive Elisabeths erzählt werden, verknüpft. Das Stück „Im Schatten des Rampenlichts – Elisabeth Hauptmann und Bertolt Brecht“ wurde inzwischen mehrfach mit großem Erfolg aufgeführt und begeisterte das Publikum bei jedem Auftritt.
Die Erarbeitung des Theaterstücks „Im Schatten des Rampenlichts – Elisabeth Hauptmann und Bertolt Brecht“ ist das zweite selbst erstellte Theaterstück der Gruppe. Im Jahr davor, setzten sich die Jugendlichen mit den Werten Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit auseinander und erstellten eine Szenencollage, in der diese Begriffe im historischen und aktuellen Kontext reflektiert werden. Diese Szenencollage wurde 2024 in Gera und in der Berliner Philharmonie aufgeführt. Die Jury ist überzeugt, dass die Jugendlichen ein außergewöhnliches Stück entwickelt und inszeniert haben, in dem sich Anspruch und Unterhaltung gekonnt verbinden und das sowohl unsere Region kulturell bereichert als auch von überregionaler Bedeutung ist. Sie tragen so dazu bei, eine bedeutende, aber um ihre Anerkennung gebrachte Künstlerin, die eng mit der Region verwurzelt ist, wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen und reflektieren dabei auch das Problem der Geschlechtergerechtigkeit. Die jungen Darstellerinnen und Darsteller spielen und singen auf hohem Niveau. Großartig was die jungen Künstlerinnen und Künstler hier bereits auf die Beine gestellt haben. Grund genug um die Jugendlichen für das Engagement zu ehren.
Bereich Tanz - „Contemporary Dance“ vom Tanzzentrum Zeitz e.V., 500 Euro Preisgeld
Die Jugendlichen der Contemporary-Dance-Gruppe zeigen ein hohes Maß an Ausdruckskraft, Kreativität und Disziplin. Sie trainieren regelmäßig, entwickeln eigene Choreografien, suchen Kostüme aus, geben sich gegenseitig vielfältige Hilfe und setzen alles mit großer Hingabe und Teamgeist um. Darüber hinaus geben sie ihr Können an andere Generationen weiter. Besonders bemerkenswert ist ihr Engagement über das Training hinaus, denn viele von ihnen unterstützen aktiv das Vereinsleben, helfen bei Veranstaltungen und zeigen Interesse daran, später selbst als Trainerinnen tätig zu werden. Ihr Einsatz und ihre Motivation tragen wesentlich zur Entwicklung und Stärkung des Vereins bei.
Das Tanzzentrum steht für ein freundschaftliches Miteinander im gemeinsamen Training und darüber hinaus. Dabei achtet man innerhalb der Trainingsstunden auf entsprechende Vielfalt sowie ein aktives Mitwirken der Teilnehmenden. Eine Berücksichtigung der individuellen Fähigkeiten ist dabei besonders wichtig, sodass eine entsprechend abgestimmte, tänzerische Weiterentwicklung erfolgen kann. Der Tanzgruppe und auch dem gesamten Tanzzentrum liegt etwas daran, Zeitz mitzugestalten und einen kulturellen Beitrag, beispielsweise in Form von Auftritten bei Privat- oder Kulturveranstaltungen im öffentlichen Raum, zu leisten. Seit Oktober 2019 arbeitet man eng mit dem Oberstufenchor des Geschwister-Scholl-Gymnasiums zusammen und unterstützt diesen durch tänzerische Begleitung.
Bereich Bildende Kunst -Johanna Andreas 22 Jahre, 300 Euro Preisgeld
Johanna Andreas wurde frühzeitig von ihren Eltern gefördert. Ihre Leidenschaft gilt dem Malen und Zeichnen was sich bereits im Kindergartenalter zeigte. Mit 11 Jahren entdeckte sie die Manga- und Comic-Welt für sich und zeichnete viele Charakter der Animeserie Sailor Moon. Während der folgenden fünf Jahre führte ihre Mutter, die selbst Kunstlehrerin ist, Johanna an Arbeiten von van Gogh, Monet und Picasso heran. Neben ihrer Begeisterung für die Kunst, begeistert sich Johanna seit ihrem 5. Lebensjahr für das Tanzen und tanzt seitdem in der Tanzakademie Lindenhof Burtschütz (TaLiBu) in Tröglitz und beteiligt sich seitdem jährlich am Eröffnungsprogramm des Zeitzer Lichterfestes. Seit Ende 2018 engagierte sie sich zunächst in der Jugendtheatergruppe Karambolage und seit 2022 bei der Erwachsenentheatergruppe Mu-Th, wo sie bei einigen Projekten auch choreografisch tätig ist.
Im Dezember 2022 probierte sich Johanna an einem Op- Art Projekt mit Würfeln für die 10. Klasse. Nach dem Abitur im Jahr 2022 war sie im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) an der Sekundarschule „Drei Türme" in Hohenmölsen tätig. Hier führte sie einige Kunstprojekte mit Schülern durch, sammelte viele Erfahrungen durch die Arbeit mit Kindern und entdeckte den Lehrberuf für sich und, leitete eine kreative Buch-AG und durchlief im Rahmen des FSJ eine JuLeica-Ausbildung (ein bundesweit einheitlicher Grundkurs für ehrenamtliche Jugendleiter). Seit Oktober 2023 studiert sie Lehramt für Englisch und Kunst an Sekundarschulen in Leipzig und erhält ein Weltenretter-Stipendium des Landes Sachsen-Anhalt. Dieses unterstützt sie finanziell und im Gegenzug verpflichtete sich Johanna in einer Bedarfsregion für die Dauer des Referendariats (ca. 2 Jahre) und die Zeit, über die sie das Stipendium erhielt (4 Jahre), als Lehrkraft tätig zu sein.
Im Herbst 2023 begann Johanna zudem eine Gesangsausbildung an der Musikschule König. Aber auch die Theaterprojekte lassen Johanna nicht los. In ihrer Theaterstudien-Serie, in welcher sie Motive der Theaterprojekte der Kulturvilla Kolorit einfängt, wird von ihr die lebendige Theaterszene von Zeitz fortwährend gespiegelt. Im Februar 2024 entstand das Kunstwerk „Spielende Pferde" nach der Plastik von Joachim Hering auf dem Roßmarkt in Zeitz. Hier beschäftigte Johanna sich mit der Kunst ihrer Heimat im Rahmen einer großen Abschlussarbeit des 1. Semesters. Besonders dieses Werk fand großen Gefallen bei ihren Kunstdozenten, aber auch bei den darauffolgenden Mälzerei Ausstellungen sowie dem Zeitzer Publikum. Dies war der Startschuss für Johanna, in ihren Werken ihre Verbundenheit zu ihrer Heimat auszudrücken, einen Ansatz, den sie immer wieder aufgreift. Im September 2024 eröffnete sie gemeinsam mit einer Freundin ihre erste Kunstausstellung zum Zeitzer Mälzereifest. Darauf folgten im Mai 2025 die Eröffnung der Ausstellung zum Fühlingsfest der Wohnungsgenossenschaft „1.Mai" eG und im September 2025 eine erneute Ausstellung beim Zeitzer Mälzereifest.
Wann Johanna frei hat oder sich eine Auszeit gönnt, weiß nur Sie. Es ist jedoch wünschenswert, dass Johanna Andreas ihren bereits eingeschlagenen künstlerischen Weg weiter beschreitet und dabei ihr größer werdendes Publikum in den Bann zieht und verzaubert. Umso schöner ist es, dass sie ihr Wissen im Rahmen ihrer zukünftigen Lehramtstätigkeit an nachfolgende Generationen vermittelt und weitergibt und dabei ihrer Heimat die Treue halten will.
Bereich Tanz -Eva-Marie Kilian 16 Jahre, 200 Euro Preisgeld
Die Solistin Eva ist im Tanzzentrum Zeitz e.V. groß geworden, tanzt hier bereits seit vielen Jahren und ist inzwischen auch als Traineranwärterin aktiv. Sie überzeugt durch präzise Technik, große Zuverlässigkeit und ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein. Ihre Bauchtanztechnik zeugt von geduldiger Ausarbeitung, was das Ergebnis regelmäßigen Trainings und viel eigener Übung, auch außerhalb der Trainingseinheiten im Tanzzentrum, ist. Ein junges Talent, welches mit Kreativität, Ausdauer und Herzblut das kulturelle Leben in Zeitz bereichert und deshalb auch die Ehrung der Arthur-Wolfsohn-Stiftung verdient.
Bereich Theater -Maddox Knechtel 17 Jahre, 300 Euro Preisgeld
Maddox will und muss Theater spielen. Er kam mit 12 Jahren in das TPZ Triton e. V. und brachte sich sofort in einem Projekt mit Karambolage für die Landesliteraturtage in Zeitz ein. Zuvor wirkte er in einer Theaterproduktion mit einer Hauptrolle in Weißenfels mit und bekam bei Karambolage erst einmal Gruppenaufgaben. Er nahm die Aufgabe an und zeigte Bescheidenheit, aber auch großes Talent. In der Karambolage Erstaufführung „Das Brüllen der Schminke, der Geruch der Menge“ spielte er dann durch sein Talent und Engagement die Hauptrolle. Ein gesellschaftskritisches Theaterstück, indem Maddox trotz jungen Alters (14) hohe Reife zeigte. Das Singen und Tanzen fällt ihm leicht und trotzdem nimmt er jedes Gesangs- oder Bewegungstraining an. Im Musicel „Emil und die Detektive" spielte er den Bösewicht „Grundeis" und begeisterte beim Gastspiel in Detmold auch das Detmolder Publikum. Maddox braucht das Theaterspielen und so entschied er sich zusätzlich zum Jugendtheater Karambolage auch bei MIJ TH der Kulturvilla mitzuwirken.
Für ihn bedeutet dies, dass er zweimal pro Woche Training hat und zusätzliche Proben und Solocoachings wahrnehmen muss. Dennoch findet er die Zeit anderen Hilfestellung zu geben, wenn diese bsw. Probleme beim einzustudierenden Tanz haben. In einem Kleinprojekt spielte Maddox im Dezember bei „Hänsel und Gretel" die Hexe. In dieser Produktion wurden Original Lieder aus der Oper gespielt und mit Orgel in der Kirche begleitet. Maddox setzt sich aber nicht nur für Tanz und Spiel ein, sondern auch für die kulturelle Bildung an seiner Schule und ist bei allen Schul- oder KiTa Vorstellungen des TPZ präsent. Seine Coachs und Trainer sehen bei ihm eine große Begabung die er bereits unter Beweis gestellt hat. Zudem engagiert er sich für die Gesamtgruppe, lässt keine außen vor, erarbeitet sich seine Rollen und zeigt bei allem was er anpackt auch etwas Demut. Gründe genug, dass auch er durch die Arthur-Wolfsohn-Stiftung geehrt wird.
Bereich Tanz - Adele Emilia Peukert 17 Jahre, 300 Euro Preisgeld
Adele tanzt seit ihrem vierten Lebensjahr klassisches Ballett. Ihre tänzerische Ausbildung begann in der Zeitzer Ballettschule, setzte sich fort im Kinder- und Jugendballett des Theaters Altenburg Gera und findet heute ihre Fortführung in der Plagwitzer Ballettschule. Dort ist sie regelmäßig in Aufführungen zu sehen, unter anderem bei der Veranstaltung „Klassik für Kinder". Besonders hervorzuheben ist ihr Engagement im Tanzprojekt des letzten Schuljahres, in dem sie gemeinsam mit anderen Jugendlichen eine Choreografie zu Max Richters „Die Vier Jahreszeiten" entwickelte und aufführte - ein Projekt, das in Eigenregie und mit großer künstlerischer Reife umgesetzt wurde.
Auch musikalisch zeigt Adele seit frühester Kindheit ein bemerkenswertes Engagement. Sie spielt seit ihrem vierten Lebensjahr Klavier, ist seit der fünften Klasse Mitglied der Schulbigband des CJD, wo sie Bass und Klavier spielt, und nahm über vier Jahre hinweg Gesangsunterricht. Bereits in der evangelischen Grundschule war sie im Chor aktiv und übernahm die Hauptrolle im Kindermusical „Josef". Seit zwei Jahren singt sie im Oberstufenchor des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und nahm mit diesem an internationalen Konzertreisen nach Prag und Mexiko teil. Adele fühlt sich der lokalen Kulturlandschaft tief verbunden und ihre Motivation liegt unter anderem in dem Wunsch, kulturelle Werte zu bewahren, weiterzugeben und insbesondere jungen Menschen die Schönheit und Bedeutung von Musik und Tanz näherzubringen. Ihr Engagement ist christlich-evangelisch geprägt und orientiert sich an Werten wie Gemeinschaft, Ausdruckskraft und kultureller Verantwortung. Besonders das Ballett und der Chorgesang sind für sie nicht nur künstlerische Ausdrucksformen, sondern auch Wege, sich mit anderen zu verbinden und einen Beitrag zum kulturellen Leben zu leisten. Der Beirat der Arthur-Wolfsohn-Stiftung konnte sich bereits vom jungen Talent überzeugen, was dazu führte, dass Adele in diesem Jahr ebenfalls geehrt wird.
Bereich Musik - Nina Pfauter 17 Jahre, 300 Euro Preisgeld
Nina ist eine hoch talentierte Musikerin und verlässliche Teamplayerin, die durch ihr uneigennütziges Engagement, ihre professionelle Haltung und ihre musikalische Vielseitigkeit zu einer festen Größe im kulturellen Leben ihrer Schule und Region geworden ist. Ihre ruhige, konzentrierte Art gepaart mit großer Hilfsbereitschaft macht sie zu einem Ruhepol in jeder musikalischen Formation. Nina begann 2017 mit dem Klavierunterricht an der Musikschule „Streichen, Zupfen, Singen". Sie zeigte schnell ihre Fähigkeit sich musikalisch auszudrücken und hatte schnell erste Auftritte wie bei Weihnachtskonzerten. Während der Corona-Zeit nutzte sie die Gelegenheit, sich intensiv mit dem Klavierspiel auseinanderzusetzen und brachte sich autodidaktisch zahlreiche Stücke bei - ein Ausdruck ihres Ehrgeizes und ihrer Selbstständigkeit.
2022 trat Nina der Schulband „Mislabeled" des Geschwister-Scholl-Gymnasiums bei und entwickelte sich rasch zu einer unverzichtbaren musikalischen Stütze. Mit ihrer Hilfe gelang es „Mislabeled", beim Schulband-Contest 2024 im Kulturhaus Weißenfels sowohl den 2. Platz zu belegen als auch die Auszeichnung für den besten Song des Abends (Take me home) zu erhalten. Seit 2023 begleitet sie regelmäßig Solistinnen bei Schulveranstaltungen - darunter die Hauptpreisträgerin 2023 Esther Harloff (All I Want) und die Hauptpreisträgerin 2024 Mira Hartmann (Scars To Your Beautiful). Ihre Fähigkeit, sich auch kurzfristig auf neue Stücke vorzubereiten und dabei stets höchste musikalische Qualität zu liefern, zeugt von ihrer Flexibilität und ihrem professionellen Anspruch. Sie stellt sich dabei immer in den Dienst der Sache und verzichtet auf jegliche Allüren.
Seit 2023 erhält Nina Orgelunterricht und begleitet seither regelmäßig Gottesdienste. Ihre musikalische Ausdruckskraft und ihr Gespür für Atmosphäre machen sie zu einer gefragten Kirchenmusikerin. Parallel dazu ist sie Mitglied der Band „Khaeotik", mit der sie seit 2025 in fester Besetzung und auf professionellem Niveau auftritt. Besonders hervorzuheben sind ihre Auftritte beim Frühlingsball des Lions Club und beim Zuckerfest 2025. Neben ihren Bandaktivitäten tritt Nina regelmäßig solistisch auf. Diese sind geprägt von technischer Präzision, emotionaler Tiefe und einer uneigennützigen Bühnenpräsenz, die das Publikum berührt.
Aktuell erweitert Nina ihr musikalisches Spektrum durch das Erlernen der Grundlagen von Ukulele und Gitarre. Ihr Ziel ist es, Grundschullehrerin zu werden und Musik als Didaktikfach zu studieren, um ihre Leidenschaft für Musik an die nächste Generation weiterzugeben. Ihre pädagogische Motivation ist ebenso stark ausgeprägt wie ihr musikalisches Talent. Mit ihrer engagierten, hilfsbereiten und konzentrierten Art sowie ihrer musikalischen Vielseitigkeit und Professionalität bereichert Nina Pfauter das kulturelle Leben ihrer Schule und Region in besonderem Maße. Sie ist eine junge Musikerin, die sich stets in den Dienst der Gemeinschaft stellt und dabei durch ihr Talent und ihre Haltung überzeugt. Auch hier kann die Jury der Arthur Wolfsohn-Stiftung nur zustimmen und zeigte sich wie bei allen Talenten begeistert vom gehörten und gesehenen. Auch hier stand schnell fest, dass Nina Pfauter im Jahr 2026 geehrt werden muss.
Quelle: Stadt zeitz