Rathaus trägt am 24. Februar Trauerbeflaggung - In Verbundenheit mit den Menschen in der Ukraine und im Gedenken an Rita Süßmuth
Am 1. Februar 2026 verstarb die ehemalige Präsidentin des Deutschen Bundestages a. D., Prof. Dr. Rita Süssmuth. Sie gehörte dem Deutschen Bundestag von 1987 bis 2002 an und stand von 1988 bis 1998 als Präsidentin an der Spitze des Parlaments. Davor war sie von 1985 bis 1988 Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit. Ehemalige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter nannten Süssmuth eine der „prägendsten Politikerinnen und Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte“. Sie habe Debatten geöffnet und Verantwortung auch zu unbequemen Themen eingefordert, lange bevor diese mehrheitsfähig wurden. Mit ihrem politischen Wirken stehe Süssmuth dafür, dass Führung nicht Lautstärke braucht, sondern Konsequenz. Als Bundestagspräsidentin habe Süssmuth mit dieser Art den Bundestag als selbstbewusstes Verfassungsorgan gestärkt. Am Dienstag wird im Bundestag der früheren Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth mit einem Staatsakt gedacht. Zudem werden an diesem Tag im ganzen Land, so auch in der Stadt Zeitz, die Flaggen auf Halbmast gesetzt, um der im Alter von 88 Jahren verstorbenen Politikerin mit der Trauerbeflaggung zu Gedenken.
Am gleichen Tag jährt sich bereits zum vierten Mal der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine. Der Krieg hält an und die stetigen Angriffe Russlands haben zu Vertreibung, Zerstörung und zum Tod tausender Menschen geführt, leider auch durch fortgesetzte Kriegsverbrechen an der Zivilgesellschaft. Aus Solidarität mit Land und Menschen, wird deshalb am 24. Februar auch die Ukrainische Flagge gehisst.
Wir sind gegen Krieg, denn Krieg löst keine Konflikte, sondern bringt ausschließlich Tod und Leid, vor allem der Zivilbevölkerung. Daher müssen auch die fortgesetzten Kriegsverbrechen beendet werden. Wir stehen auf der Seite der Ukrainerinnen und Ukrainer und stellen uns gegen den von Russland begonnenen Krieg. Der Krieg könnte sofort enden, wenn Putin mit dem Morden aufhört,
so Oberbürgermeister Christian Thieme.
Nataliia Kyrychenko, die Geschäftsführerin des „Ukrainisches Zentrum für Integration und Kulturaustausch e.V.“ erklärte im Namen der in Zeitz lebenden Ukrainerinnen und Ukrainer:
Für uns ist es ein sehr schweres Datum. An diesem Tag begann der Krieg gegen unser Land, und für viele von uns hat sich das Leben unwiderruflich verändert. Gleichzeitig wissen wir, dass sich auch für Deutschland und für die Stadt Zeitz seitdem vieles verändert hat. Der Krieg kam plötzlich ganz nah, Menschen sind angekommen, wurden aufgenommen, begleitet und unterstützt. Dafür haben wir hier von Anfang an viel Offenheit, Hilfe und Menschlichkeit erfahren. Dafür möchten wir allen nochmals herzlich danken.
In diesem Jahr hat man sich bewusst gegen eine öffentliche Kundgebung entschieden. Nicht, weil das Erinnern weniger wichtig wäre, sondern weil viele Menschen diesen Tag inzwischen sehr persönlich und ganz für sich erleben möchten. Stattdessen öffnet das Ukrainische Zentrum am 24. Februar seine Türen als Raum der Begegnung und Unterstützung. Ohne Bühne, ohne Reden, ohne politische Parolen. Einfach ein Ort, an dem alle vorbeikommen können: Für eine Tasse Tee, für ein Gespräch oder für einen stillen Moment des Erinnerns. Ein wenig Austausch, ein kleines Zeichen der Solidarität – und vor allem, um nicht allein sein. Am Dienstag, den 24. Februar hat das Ukrainische Zentrum in der Zeit von 11 bis 19 Uhr für alle Besucherinnen und Besucher geöffnet lädt alle recht herzlich dazu ein, diesen Moment mit hier lebenden Ukrainerinnen und Ukrainern zu teilen und ein Zeichen der Verbundenheit zu setzen.
Quelle: Stadt zeitz